Köln (dpa) - Das Landgericht Köln hat Zweifel an der Darstellung von Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, dass sie von Sal. Oppenheim zu einer riskanten Anlage ihres Vermögens gedrängt worden ist. Ihre Darstellung überzeuge das Gericht bisher nicht.

Das sagte der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl am Dienstag zum Auftakt eines Zivilverfahrens, das Schickedanz gegen die Bank und gegen deren ehemalige Führung angestrengt hat. Es sei «schwerlich plausibel», dass Schickedanz für sich in Anspruch nehme, durchgängig gegen die Anlageentscheidungen gewesen zu sein, ohne dass sie dies seinerzeit auch nur ein einziges Mal deutlich gemacht habe.

Wenn die Klage irgendeine Aussicht auf Erfolg haben solle, müsse sie dies nun zunächst einmal plausibel machen, sagte Singbartl. Die Klägerin trage die volle Beweislast. Schickedanz' Anwalt Stefan Homann sagte dagegen, sie habe sich immer voll auf ihre Anlageberater verlassen: «Frau Schickedanz hat das gemacht, was man ihr vorgelegt hat.»

Schickedanz - die nicht selbst vor Gericht erschien - macht Sal. Oppenheim für den Verlust ihres Vermögens verantwortlich und fordert eine Milliardensumme zurück. Die 69-Jährige hatte sich im großen Stil am Handelskonzern Arcandor, ehemals KarstadtQuelle, beteiligt. 2009 war der Konzern zusammengebrochen.

Sal. Oppenheim wurde im Zuge der Krise von der Deutschen Bank übernommen. Beide Seiten bestätigten am Dienstag zu Beginn des Verfahrens, dass sie weiterhin Gespräche über eine außergerichtliche Einigung führen.