HandballBrand kritisiert Glandorf und Bundesliga-Vereine

Hamburg (SID) - Heiner Brand hat die Kritik an Holger Glandorf nach dessen Absage für die Handball-Weltmeisterschaft in Spanien (11. bis 27. Januar) erneuert. "Ich bin eigentlich sehr traurig. Diese Entscheidung ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Nationalmannschaft ist das Größte für einen Sportler", sagte der Sportmanager des Deutschen Handballbundes (DHB) in der Halbzeitpause des Länderspiels gegen Schweden in Hamburg im NDR-Interview.

Linkshänder Glandorf von der SG Flensburg-Handewitt hatte wegen einer Infektion monatelang pausieren müssen und war dreimal an der entzündeten linken Ferse operiert worden. Trotz seiner starken Leistungen für Flensburg in der Liga fühlt sich der Weltmeister von 2007 noch nicht hundertprozentig fit für eine WM-Teilnahme. "Bundestrainer Martin Heuberger war zu Kompromissen bereit. Holger und sein Verein haben sich anders entschieden", sagte Brand.

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Zudem kritisierte der Ex-Bundestrainer die Personalpolitik der Bundesligavereine. "Talente müssen mehr und früher spielen, denn wenn sie durch das Stahlbad Bundesliga gehen, wird sich das in den kommenden Jahren auch in der Nationalmannschaft bemerkbar machen", sagte Brand dem Focus. Es gelte auch, Führungsspieler heranzuziehen, denn daran mangele es momentan in Deutschland. "Wir müssen unsere jungen Spieler zur Eigenverantwortung erziehen", sagte Brand.

Der deutschen Nationalmannschaft traut der Gummersbacher bei der WM in Spanien (11. bis 27. Januar) trotz des personellen Umbruchs viel zu. "Das Achtelfinale ist ein Muss, danach ist die eine oder andere Überraschung möglich", sagte Brand. Zum Auftakt trifft die deutsche Auswahl am kommenden Samstag in Granollers auf Brasilien. Weitere Vorrundengegner sind Titelverteidiger Frankreich, Afrikameister Tunesien, Argentinien und Montenegro.

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  • Quelle sid