FußballFIFA-Präsident soll nur zwölf Jahre im Amt bleiben

Nyon (SID) - Die Amtszeit des Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA soll ab 2015 auf maximal zwölf Jahre beschränkt werden. Auf diesen Regelungsvorschlag einigten sich die Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union UEFA am Donnerstag nach einer dreieinhalbstündigen Vollversammlung in Nyon. Dort wurde der 10-Punkte-Plan der FIFA-Arbeitsgruppe "Task Force Statutenrevision" unter dem Vorsitz des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger diskutiert.

Die Spitzen der UEFA-Verbände, darunter auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock, stimmten dem Reform-Vorhaben der FIFA-Task-Force grundlegend zu, wollen aber Modifikationen durchsetzen. "Herr Zwanziger dürfte aber sehr zufrieden mit unseren Vorschlägen sein", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, nachdem alle Verbandsvertreter in der UEFA-Zentrale das entsprechende Vertragswerk unterzeichnet hatten.

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Im Gegensatz zum europäischen Vorschlag sieht der Plan der FIFA-Arbeitsgruppe für den Präsidenten ab der nächsten Wahl im Jahr 2015 sogar nur noch eine Amtszeit von maximal zweimal vier Jahren vor. "Wir orientieren uns hingegen am Modell des Internationalen Olympischen Komitees, das eine acht- und eine vierjährige Amtszeit und damit zwölf Jahre als Maximum beinhaltet", sagte Infantino. Für Mitglieder des Exekutivkomitees soll es keine Begrenzung der Amtszeit geben.

Dem Vorschlag der Task Force, dass der Präsident sowie die Exko-Mitglieder zum Zeitpunkt der Wahl nicht älter als 72 Jahre alt sein dürfen, schloss sich die UEFA an. Zudem fordern die Europäer einen "Integritäts-Check" für künftige Exko-Mitglieder, der auf der Ebene des Kontinentalverbandes vorgenommen werden soll. Eine Vergangenheit mit Korruptions-, Manipulations-, Doping- oder Gewalt-Vergehen soll eine Kandidatur ausschließen.

Gleichzeitig fordern die UEFA-Verbände analog zur Zwanziger-Gruppe, dass die Vergabe der Weltmeisterschaften einem transparenten Bewerbungs- und Auswahlverfahren unterliegen muss. Zum entscheidenden Wahlgang sollen dabei maximal drei Kandidaten zugelassen werden.

Zwanzigers Arbeitsgruppe hatte mit ihrem 10-Punkte-Plan, über den letztlich die FIFA-Exektive entscheiden muss, auf die jüngsten Skandale reagiert. Der Fußball-Weltverband und sein Präsident Joseph S. Blatter waren im vergangenen Jahr heftig in die Kritik geraten. Im Juli war bekannt geworden, dass Blatters Vorgänger Joao Havelange und Ricardo Teixeira als Präsident des brasilianischen Verbandes jahrelang bestochen wurden, wovon Blatter gewusst haben soll. Auch die Doppelvergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar im Vorjahr war bereits heftig umstritten gewesen.

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  • Quelle sid