Wiesbaden (dpa) - Die Landesregierungen aus Bayern und Hessen haben in Wiesbaden ihre Beratungen zur geplanten Verfassungsklage gegen den Länderfinanzausgleich begonnen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verteidigte am Dienstag erneut den geplanten Gang nach Karlsruhe: Er sei nach rund zwei Jahren ergebnisloser Verhandlungen mit den Nehmerländern nur folgerichtig. Sein bayerischer Kollege Horst Seehofer (CSU) sagte: «Deshalb bleibt nur der (Klage-)Weg.»

Beide Regierungschefs betonten aber auch, sie seien grundsätzlich bereit, weiter zu verhandeln. Dazu seien aber substanzielle Angebote nötig. So könne nicht der Großteil des umverteilten Geldes nach Berlin gehen.

Für das vergangene Jahr erhält die Bundeshauptstadt rund 3,3 Milliarden Euro aus dem Topf des Länderfinanzausgleichs, der mit 7,9 Milliarden Euro gefüllt war. Hessen und Bayern zahlen dagegen seit Jahren Milliarden Euro in den Ländertopf ein. Sie halten das System für nicht verfassungsgerecht. Drittes Geberland ist das grün-rot regierte Baden-Württemberg, das sich vorerst nicht der Klage anschließen will.

Nach der gemeinsamen Kabinettssitzung wollen Seehofer und Bouffier über die Beschlüsse informieren.