Frankfurt/Main (SID) - Die privaten Sportwettenanbieter fürchten nach der Aufdeckung des größten Fußball-Wettskandals zukünftig eine weitere Verschärfung des Manipulations-Problems. Schuld daran ist nach Ansicht von bwin-Direktor Jörg Wacker der neue Glücksspielstaatsvertrag, der die Wetter in den Schwarzmarkt treibe.

"Die Zahl der Sportwettenlizenzen soll auf 20 begrenzt werden und für die lizenzierten Online-Anbieter gibt es weitreichende Einschränkungen. Damit sind ihre Angebote nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber Schwarzmarktanbietern. Viele Kunden werden sich daher den vermeintlich attraktiveren Schwarzmarktangeboten zuwenden", sagte Wacker dem Handelsblatt: "Wenn eine Betrugsprävention Erfolg haben soll, müssen so viele Spieler wie möglich hin zu den staatlich überwachten Anbietern kanalisiert werden. Das leistet der neue Staatsvertrag nicht, damit fördert er weiterhin den Schwarzmarkt."

Wie Europol hat auch Wacker vor allem Asien im Visier. "Das Hauptproblem bei Wettmanipulationen ist der nicht kontrollierbare Schwarzmarkt in Asien", äußerte Wacker. Dort würde auch kein Warnsystem funktionieren, weil sich die Wettanbieter nicht kontrollieren lassen und die Wetten zumeist mit Bargeld platziert werden.