Tunis (dpa) - Inmitten des innenpolitischen Chaos in Tunesien hat die Partei von Präsident Moncef Marzouki ihre drei Minister aus der von Islamisten geführten Regierung abgezogen.

Das teilte ein Sprecher der Partei Kongress für die Republik (CRP) am Sonntag laut staatlicher Nachrichtenagentur TAP in Tunis mit. Grund sei ein Streit um eine Regierungsumbildung.

Ministerpräsident Hamadi Jebali von der islamistischen Ennahda-Partei hatte seit Wochen versucht, sich mit der CRP und dem dritten Koalitionspartner, der sozialdemokratischen Ettakatol, auf ein neues Kabinett zu verständigen. Die CRP hatte dabei für sich das Justiz- und das Außenministerium beansprucht.

Angesichts der Massenproteste nach der Ermordung eines Oppositionspolitikers will Jebali inzwischen aber die bestehende Regierung auflösen und durch ein Team parteiunabhängiger Experten ersetzen. Mit seinen Plänen stößt der als moderat geltende Regierungschef allerdings auf Widerstand bei den Konservativen in der eigenen Ennahda-Partei.