Mainz (dpa) - Der FSV Mainz 05 kann in der Fußball-Bundesliga vor eigenem Publikum gegen den VfL Wolfsburg einfach nicht gewinnen. Die Niedersachsen verdienten sich am Samstag das 1:1 (1:1) mit einer kampf- und laufstarken Leistung trotz Unterzahl.

Abwehrspieler Alexander Madlung hatte in der 30. Minute nach einer Notbremse gegen Nicolai Müller die Rote Karte gesehen. Vor 27 175 Zuschauern hatte Niki Zimling nach einem kapitalen Schnitzer von VfL-Torhüter Diego Benaglio für das 1:0 gesorgt (5. Minute). Den verdienten Ausgleich in einer ausgeglichenen Partie erzielte für Wolfsburg der Brasilianer Naldo (15.). Mainz wartet seit 2005 auf einen Heimerfolg gegen Wolfsburg.

Wolfsburg mit Josué für Christian Träsch im defensiven Mittelfeld erwischte einen tollen Start. 19 Sekunden waren gerade gespielt, da verpassten Bas Dost und Ivica Olic eine präzise Hereingabe von Marcel Schäfer. Mit einem kapitalen Schnitzer ihres Torwarts rechneten sie aber nicht. Der Schweizer Benaglio spielte einen Ball direkt zu Adam Szalai. Der wollte die unverhoffte Chance erst selbst nutzen, passte dann auf Zimling, der Benaglio mit einem Schuss durch die Beine bezwang.

Die gegenüber dem 2:2 gegen Schalke 04 unverändert spielenden Mainzer bekamen nach der frühen Führung aber kein Oberwasser. Wolfsburg bestimmte die Partie. Frühes Stören und starkes Zweikampfverhalten ließen den 05ern wenig Raum. Beim Abbild der Chance aus der ersten Minute war die Mainzer Abwehr einmal mehr nicht auf dem Posten. Dost und Olic verpassten erneut. Besser machte es Abwehrrecke Naldo, als er eine Hereingabe von Jan Polak einnickte.

Erst danach konnten die Rheinhessen die Partie offener gestalten. Wurde schnell gespielt, ergaben sich auch Räume. Zu schnell wurde es für Madlung, als Szalai ihn und den mitlaufenden Schäfer überlupfte. Noch schneller war Nicolai Müller, den Madlung mit einem Griff am Arm die klare Torchance nahm. Schiedsrichter Peter Sippel zögerte keine Sekunde und zeigte dem Wolfsburger wegen der Notbremse die Rote Karte.

Bei leichten Schneefall konnten die Mainzer auch nach dem Wechsel die numerische Überlegenheit nicht in eine klare Überlegenheit ummünzen. Geschickt stellten die Niedersachsen die Räume zu und ließen mit ihrer aggressiven Spielweise keinen Mainzer Spielfluss aufkommen. Glück hatten sie, als ein Treffer von Szalai wegen einer Abseitsstellung von Nicolai Müller nicht anerkannt wurde (54.).

Glücklos war Szalai auch in der 64. Minute, als ein abgeprallter Schuss von Zimling ihm vor die Füße fiel. Aus der Drehung schoss der lange Ungar am Tor vorbei. Seine größte Chance aber ließ Szalai in der 86. Minute liegen, als er eine Vorlage von Chinedu Ede knapp neben das Tor setzte.