München (dpa) - Jupp Heynckes hat in seinem 1000. Bundesligaspiel auch mit einer kräftig durchrotierten Bayern-Elf einen meisterlichen Kantersieg eingefahren. Die Münchner fertigten Werder Bremen am Samstag mit 6:1 (2:0) ab.

Der starke Arjen Robben (25. Minute), Javi Martínez (28.), Theodor Gebre Selassie (49./Eigentor), Mario Gomez mit einem Doppelpack (51./89.) und Franck Ribéry (86.) erzielten vor 71 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Fußball-Arena die Treffer für den FC Bayern, der ungefährdet seinem 23. Meistertitel entgegenstrebt.

Für die chancenlosen Bremer, die nach der Roten Karte für Abwehrspieler Sebastian Prödl nach einer Notbremse gegen Gomez ab der 44. Minute auch noch in Unterzahl agieren mussten, war Kevin de Bruyne zum 4:1-Zwischenstand erfolgreich. Die Bayern bauten ihre Tabellenführung zumindest bis Sonntag auf 18 Punkte aus.

Vier Tage vor dem DFB-Pokal-Knüller gegen Borussia Dortmund hatte der vor dem Anpfiff für 1000 Ligaspiele als Profi und Coach geehrte Jubilar Heynckes sein Team gleich auf sechs Positionen im Vergleich zum 3:1-Sieg in der Champions League beim FC Arsenal umgebaut.

Seine Chance in der Startelf konnte von den Reservisten besonders Robben nutzen. Das 1:0 erzielte der Niederländer selbst mit einem Volleyschuss nach einer Flanke von Kapitän Philipp Lahm. Kurz danach servierte Robben nach einem Foul an ihm den fälligen Freistoß maßgerecht auf den Kopf von Martínez. Neben dem Spanier glänzte im defensiven Mittelfeld Luiz Gustavo als zweikampfstarker Abräumer vor der Abwehr. Bastian Schweinsteiger wurde komplett für Dortmund geschont, der Nationalspieler saß nicht einmal auf der Bank.

Nach etwas zähem Beginn hatten die Bayern insgesamt leichtes Spiel. Bremen war nur ein Sparringspartner, vorne insgesamt harmlos und hinten anfällig. Ein Distanzschuss von Marko Arnautovic (21.) war anfangs die einzige Prüfung für Nationaltorwart Manuel Neuer, der später nach einer Nachlässigkeit seiner Vorderspieler durch de Bruyne sein erstes Gegentor nach 586 Bundesliga-Minuten hinnehmen musste.

Der engagierte und effektive Robben konnte sich als bester Mann auf dem Platz als adäquater Ersatz für den im Pokal gegen Dortmund gesperrten Franck Ribéry empfehlen. Nationalstürmer Gomez, der aktuell nur Stürmer Nummer 2 hinter Mario Mandzukic ist, benötigte einige Anlaufzeit. Dann aber schloss der Torjäger eine feine Kombination über Xherdan Shaqiri und Ribéry mit seinem vierten Saisontor ab. Zudem führte seine Flanke zum Eigentor von Gebre Selassie. Und Prödl flog nach Notbremse an Gomez, der nach schönem Pass von Martínez frei dem Tor entgegenlief, die Rote Karte.

Nach dem schnellen Doppelschlag zum 4:0 nach der Pause nahmen die Bayern im Gefühl des sicheren Sieges vorübergehend einen Gang raus. Die Nachlässigkeiten in der Defensivarbeit bestrafte der Belgier de Bruyne, der völlig frei vor Neuer auftauchte und aus halblinker Position treffen durfte. Kurz vor Schluss hatten die Bayern dann noch mal Lust: Ribéry und Gomez sorgten für den letzten Doppelschlag des Tages.