Wintersport33 Olympia-Langläufer 2006 mit zu hohen Blutwerten

Stockholm (SID) - Ungeachtet der Erfolge skandinavischer Langläufer bei der nordischen Ski-WM in Val di Fiemme/Italien tobt im hohen Norden weiter eine Doping-Debatte. Nun vermeldete der schwedische Fernsehsender SVT unter Berufung auf eine dänische Studie, dass 33 Langläufer bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin verdächtige Blutwerte aufgewiesen hätten. Alle Athleten hätten Werte von über 17,0 Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut gehabt und die erlaubte Grenze damit überschritten.

"Wir haben die Blutwerte der Läufer vor den Spielen 2006 mit denen nach den Spielen verglichen und haben festgestellt, dass während der Spiele markant höhere Werte vorlagen", sagte Jakob Mørkeberg vom Rigshospitalet in Kopenhagen dem SVT. Die Spiele 2006 wurden von einem Doping-Skandal erschüttert, in dessen Mittelpunkt Langläufer und Biathleten aus Österreich standen. Mørkeberg sagte, er sei "sehr sicher", dass Blutdoping auch heute vorkomme.

Anzeige

Zuvor hatte SVT in der Sendung "Blodracet" (das Blutrennen) der Dokumentar-Reihe Uppdrag Granskning von überhöhten Blutwerten einiger Langläufer in den 1990er Jahren berichtet, darunter Legenden wie Bjørn Dæhlie aus Norwegen oder der Kasache Wladimir Smirnow.

Nach Dæhlie, der rechtliche Schritte gegen den Sender einleiten will, wies auch Smirnow die Vorwürfe zurück. "Das nach 18 Jahren auszugraben, zieht nur den Sport in den Dreck", sagte er. Laut SVT hatte Smirnow bei der WM 1995 in Thunder Bay einen Hämoglobinwert von 19,8. Smirnow gewann in Kanada bei vier Einzel-Starts drei Gold- und eine Bronze-Medaille. Vor 1997 gab es allerdings noch keine Grenzwerte der FIS für Hämoglobin.

Der Professor und Antidoping-Experte Bengt Saltin behauptete bei SVT, dass alle Medaillengewinner der WM 1995 einen Hämoglobinwert von 17,5 oder mehr aufgewiesen hätten. Der Welt-Skiverband FIS widersprach dieser Darstellung. Außerdem seien die damaligen Tests nicht mit heutigen Doping-Tests zu vergleichen. Kontrollen auf das Blutdopingmittel Epo gab es damals noch nicht.

Zur Startseite
 
  • Quelle sid