Bern (dpa) - Überzogene Millionenvergütungen für Spitzenmanager werden in der Schweiz möglicherweise bald der Vergangenheit angehören. Fünf Jahre nach der Einreichung einer entsprechenden Volksinitiative «gegen die Abzockerei» hat die Abstimmung darüber begonnen.

Bei den letzten Umfragen vor dem Referendum deutete sich eine Mehrheit für den Vorschlag des Unternehmers und unabhängigen Abgeordneten Thomas Minder an.

Die nach ihm benannte Minder-Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können. Verstöße gegen entsprechende gesetzliche Regelungen sollen mit bis zu drei Jahren Gefängnis und hohen Geldbußen bestraft werden können.

Der Vorschlag war vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und den bürgerlichen Parteien mit einer millionenteuren Kampagne bekämpft worden. Sie warnten vor Nachteilen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von in der Schweiz ansässigen Konzernen. Die politische Linke befürwortete die Initiative hingegen mehrheitlich. Sollte sie nicht durchkommen, tritt ein Gegenvorschlag der Regierung in Kraft. Auch damit sollen Gehaltsexzesse eingedämmt werden, jedoch eher durch freiwillige Maßnahmen der Unternehmen.

Initiative «gegen die Abzockerei»