London (dpa) - Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat in einem Interview der britischen Zeitung «Sunday Times» seine bedingte Bereitschaft zu Gesprächen mit der Opposition signalisiert. Die Regierung sei zu Verhandlungen mit allen bereit.

Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Militante ihre Waffen zuvor niederlegten. Es gebe politische Gruppierungen und «bewaffnete Terroristen». Man werde nicht mit Terroristen verhandeln.

Ins Exil will der syrische Machthaber nicht. Als Patriot habe er nicht vor, sein Land zu verlassen. Die Vorstellung, dass die Kämpfe nach seinem Rückzug enden würden, sei absurd. Dies hätten die Konflikte in Libyen, dem Jemen und Ägypten gezeigt.

Assad bezeichnete die Syrienpolitik der Regierung von Premierminister David Cameron als «naiv, verwirrt und unrealistisch». Er lehnte britische Hilfe zur Beilegung des Konflikts mit den Worten ab: «Wir erwarten nicht, dass ein Brandstifter zum Feuerwehrmann wird.»

Assad warf der britischen Regierung vor, das EU-Waffenembargo aufheben zu wollen, um die Rebellen zu bewaffnen. Außenminister William Hague hatte den Rebellen vergangene Woche weitere materielle Hilfe in Aussicht gestellt.

Derweil haben die Vereinten Nationen im Syrienkrieg die Vermittlung von Gesprächen der Opposition mit der Regierung angeboten. Das erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einem Treffen mit dem Syrien-Sondergesandten der UN und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, in der Schweiz. Die Weltorganisation sei bereit, «einen Dialog zwischen einer starken und repräsentativen Delegation der Opposition und einer glaubwürdigen und bevollmächtigten Delegation der syrischen Regierung zu unterstützen», heißt es in der am Sonntag von den UN verbreiteten Erklärung.

Zuvor hatten sich Ban Ki Moon und Lakhdar Brahimi in Mont Pèlerin unweit von Lausanne getroffen. Dabei sei über die jüngsten Erklärungen von Regierung und Opposition in Syrien gesprochen worden, wonach sie zu Verhandlungen bereit seien.

Der Mitteilung zufolge brachten der UN-Generalsekretär und der Syrien-Sondergesandte bei dem Treffen «tiefe Enttäuschung über die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft zum Ausdruck, einheitlich zu handeln und den Konflikt zu beenden, durch den mehr als 70 000 Menschen getötet wurden». Zugleich verwiesen sie darauf, dass die Regierungstruppen und die bewaffnete Opposition in Syrien immer brutaler vorgehen würden. Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Interview in der «Sunday Times»