Inzell (SID) - Im Zicken-Zoff zwischen den Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein und Stephanie Beckert setzt die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) auf Dialog und will damit vor der WM in Sotschi retten, was noch zu retten ist. "Wir müssen verhindern, dass sich im Vorfeld der WM und dann bei den Titelkämpfen alles nur noch um dieses Thema dreht", teilte DESG-Präsident Gerd Heinze in einer Presseerklärung mit.

Pechstein hatte Beckert nach deren Auftritt im Teamlauf am vergangenen Wochenende beim Weltcup-Finale in Heerenveen via Facebook heftig kritisiert und ihr Arbeitsverweigerung vorgeworfen. Beckerts Management forderte daraufhin vom Verband ein Einschreiten und machte klar, dass Beckert nicht mehr mit Pechstein im Team laufen werde. Der Teamlauf ist zum Abschluss einer der Höhepunkte der WM auf der Olympiabahn von 2014.

In Einzelgesprächen versuchen die Verantwortlichen um Heinze, Sportdirektor Günter Schumacher, Chef-Bundestrainer Markus Eicher und teilweise unter Einbindung des Athletensprechers Robert Lehmann, die Wogen zu glätten. Der enge Dialog der Aktiven mit den verantwortlichen Trainern müsse noch mehr forciert werden, "um durch gemeinsames Handeln erfolgreich sein zu können".

Schumacher kritisierte allerdings auch das Verhalten von Claudia Pechstein: "Mehr denn je ist jetzt Einfühlungsvermögen für die betreffenden Personen gefragt, um eine möglichst große professionelle Schnittmenge zu erzielen. Professionalität besteht auch darin, dass man sich gegenseitig unterstützt und respektiert. Despektierliche Äußerungen sind auch ein Gradmesser für Professionalität."

Dass Pechsteins "unqualifizierte Äußerungen" (Heinze) einer Aufarbeitung bedürfen, steht für den Verbandschef außer Frage. Selbst wenn es im Rahmen des Weltcupfinales in Heerenveen einer "Explosion" in angespannter Lage glich, wie es Schumacher interpretierte. Schumacher: "Von unserer Seite ist nun viel individuelles Engagement notwendig, um möglichen verbandsschädigenden Wirkungen entgegen zu treten." In Vorbereitung ist in Absprache mit den Athletinnen eine Vereinbarung aller Beteiligten (Festlegung interner "Spielregeln").