EUSlowenien will nicht der nächste Pleite-Kandidat sein

Ljubljana (dpa) - Nach der Rettung von Zypern sieht sich das Euroland Slowenien nicht als nächsten Krisenkandidaten. «Slowenien ist in der Lage, die Dinge in Ordnung zu bringen. Panik ist nicht notwendig», sagte Regierungschefin Alenka Bratusek im Parlament.

Die Sanierung des maroden Bankensektors stehe ganz oben auf der Prioritätenliste ihrer Regierung, die vor zehn Tagen ihr Amt angetreten hatte.

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An den Finanzmärkte wächst jedoch die Skepsis. Die Renditen für slowenische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sprangen am Mittwochvormittag wieder auf 6,74 Prozent, berichtete die Nachrichtenagentur STA. Damit hätten diese Papiere allein seit Montag um 1,5 Prozentpunkte zugelegt. 2012 waren die Zehnjahres-Anleihen kurzfristig auf über 7 Prozent gestiegen, dann aber auf unter 5 Prozent zurückgegangen.

«Die Probleme in Slowenien sind nicht vergleichbar mit jenen in Griechenland oder Zypern», beschrieben Analysten der Commerzbank am Mittwoch die Lage. Das Bankensystem sei mit einer Bilanzsumme von 140 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) deutlich kleiner als in Zypern, wo dieser Wert 700 Prozent ausmache. Die Staatsschuldenquote Zyperns werde von geschätzten knapp 87 Prozent des BIP Ende 2012 auf 150 Prozent steigen. Demgegenüber sagte die slowenische Regierungschefin am Mittwoch im Parlament, die Schuldenlast ihres Landes betrage zum Ende des vorigen Jahres 54 BIP-Prozent.

Experten des Internationalen Währungsfonds hatten im März Slowenien besucht. Sie bezifferten die faulen Kredite der Banken auf rund 20 Prozent des BIP. Das sind mehr als sieben Milliarden Euro. Den Rekapitalisierungsbedarf der Banken schätzte der IWF im laufenden Jahr auf etwa eine Milliarde Euro. Der Refinanzierungsbedarf der gesamten Wirtschaft liege 2013 bei schätzungsweise drei Milliarden Euro. Die Kosten für die beschlossene Bad Bank seien darin aber nicht enthalten.
 

Slowenien-Bericht des IWF

Commerzbank-Analyse

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  • Quelle dpa