Nikosia (dpa) - Die Banken auf Zypern sollen nach elf Tagen allen Anzeichen nach am Donnerstag wieder öffnen. Wie die Sprecherin der Zentralbank von Zypern, Aliki Stylianou, am Mittwoch im zyprischen Fernsehen (RIK) sagte, soll es «bald» eine Erklärung dazu geben. Eine genaue Zeit nannte sie nicht.

Gerüchte in Nikosia besagen, dass der Höchstbetrag pro Person am Tag 1200 Euro betragen solle. Dies wurde zunächst jedoch offiziell nicht bestätigt.

Die Führungen aller Geldinstitute und Genossenschaftsbanken Zyperns trafen sich unterdessen in der Zentralbank zu Beratungen unter Vorsitz des Chefs der Notenbank, Panikos Demetriades. Dies berichtete das Staatsfernsehen (RIK). Dabei werden die Details und die Einschränkungen im Kapitalverkehr besprochen, die nach der für Donnerstag erwarteten Öffnung der Banken gelten sollen.

Aus Kreisen der Bank of Cyprus erfuhr die Nachrichtenagentur dpa, in vielen Filialen der Banken «gebe es Bewegung». Auch aus Kreisen der Polizei war zu erfahren, dass es Vorbereitungen angesichts einer Öffnung der Banken gebe.

Bankexperten gingen am Mittwoch davon aus, dass es auch im Kapitalverkehr mit dem Ausland Einschränkungen geben werde. Wichtig sei es, zunächst zu sichern, dass das Geld in Zypern bleibt, sagte ein Analyst im zyprischen Fernsehen. Vor allen Dingen müsse zunächst dafür gesorgt werden, dass die Unternehmen Geld bekommen, um ihre Angestellten um Monatsende bezahlen zu können.

Händlerverbände rieten den Zyprern, Ruhe zu bewahren und nicht die Banken zu stürmen, damit das System nicht zusammenbricht. Viele Menschen haben mittlerweile kein Geld auf ihren Girokonten. Seit dem 16. März ist die Geldversorgung nur aus Geldautomaten möglich.