Aachen (SID) - Trotz der gravierenden finanziellen Misere des Traditionsvereins Alemannia Aachen scheint zumindest die Zukunft der Bundesliga-Volleyballerinnen des Klubs gesichert. Die "Ladies in Black", Tabellenelfte der Hauptrunde, stehen anscheinend vor einem Wechsel zum PTSV Aachen, dem zweitgrößten Verein der Kaiserstadt.

"Wir sind bereit, die Volleyballerinnen beim PTSV Aachen aufzunehmen. Natürlich müssen wir noch mit dem Alemannia-Präsidium sprechen", sagte der PTSV-Vorsitzende Frank Schidlowski der Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten: "Als sich die Probleme bei der Alemannia abzeichneten, stellte sich für uns zwangsläufig die Frage, ob wir uns zur Verfügung stellen." Zuvor müsse jedoch ein mögliches finanzielles Risiko geklärt und vertraglich ausgeschlossen werden: "Wir wollen unseren Verein ja nicht kaputt machen."

Durch die massiven Finanzprobleme der Fußball-Drittligamannschaft der Alemannia ist auch der Fortbestand des Bundesliga-Volleyballs gefährdet. Hauptproblem ist nach Informationen der Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten, dass der Gesamtverein keinen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) erbringen kann. Das ist Voraussetzung für die Lizenzerteilung für die kommende Saison.

Zuletzt hatte es bundesweite Solidaritätsbekundungen für die Volleyballerinnen gegeben. Eine Online-Petition des Ligakonkurrenten VfB Suhl unterzeichneten unter anderem mehrere Nationalspielerinnen. "Aachen ist auch für uns als Spielerinnen etwas ganz Besonderes", sagte Denise Hanke, Zuspielerin beim Doublegewinner Schweriner SC und wertvollste Spielerin der Hauptrunde: "Solch einen Volleyball-Standort zu verlieren, wäre schon ganz schön traurig."