Nikosia (dpa) – Der Finanzminister von Zypern, Michalis Sarris, ist am Dienstag zurückgetreten. Der Rücktritt sei von Präsident Nikos Anastasiades angenommen worden, bestätigte Regierungssprecher Christos Stylianides dem staatlichem Rundfunk Zyperns zufolge.

Als Grund nannte Sarris die Untersuchungen der neu eingesetzten Kommission, die Hintergründe der Bankenkrise unter die Lupe nimmt. Zyprische Medien nannten den bisherigen Arbeitsminister Charis Georgiades als Nachfolger von Sarris.

Unterdessen werden Großkunden der schwer angeschlagenen Bank of Cyprus absehbar nur an 10 Prozent ihres Geldes herankommen. Dies teilte Zentralbanker Jangos Dimitriou am Dienstag im Staatsfernsehen des Landes mit.

Die Geldgeber-Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU und Internationalem Währungsfonds (IWF), befürchte weiter eine Kapitalflucht. Auf einer bis in den frühen Morgen dauernden Nachtsitzung mit Zentralbankchef Panikos Demetriades und Finanzminister Michalis Sarris hätten die Vertreter der Troika auf dieser Interimsregelung bestanden, sagte Dimitriou.

Der Präsident des zyprischen Arbeitgeber- und Industriellenverbandes (OEB), Michalis Pilikos, äußerte sich im Staatsfernsehen enttäuscht über den Beschluss. Viele Unternehmen würden nicht in der Lage sein, Löhne auszuzahlen. Großanleger mit Guthaben über 100 000 Euro sollen eine Abgabe in Höhe von 37,5 Prozent zahlen, weitere 22,5 Prozent werden als «Notreserve» für einen möglichen weiteren Abschlag blockiert. Ursprünglich war von der Regierung in Aussicht gestellt, dass die restlichen 40 Prozent für Anleger der Bank of Cyprus schon ab Dienstag verfügbar sein werden.