München (dpa) - Am 17. April beginnt in München der NSU-Prozess - ein Mega-Verfahren in vielerlei Hinsicht. Einige Zahlen und Fakten:

- 5 Richter hat der Staatsschutzsenat des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) unter Vorsitz von Manfred Götzl. Dazu gibt es 3 Ergänzungsrichter - falls ein Richter während des Prozesses ausfällt.

- 5 Angeklagte müssen sich in dem Verfahren vor Gericht verantworten, darunter Beate Zschäpe und der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

- 11 Verteidiger stehen ihnen nach Angaben des OLG insgesamt zur Seite. Allein Zschäpe hat 3 Verteidiger.

- 22 Sachverständige wurden von der Bundesanwaltschaft benannt, darunter Psychiater und Rechtsmediziner.

- 77 Nebenkläger sind nach OLG-Angaben zugelassen, darunter viele Angehörige der Mordopfer. 53 Anwälte vertreten die Nebenkläger.

- 85 Verhandlungstage hat das OLG zunächst angesetzt, und zwar bis Januar 2014. Allerdings hat das Gericht bereits erklärt, dass dies wohl bei weitem nicht ausreicht. OLG-Präsident Karl Huber sprach zuletzt von einer Prozessdauer von bis zu zweieinhalb Jahren.

- 123 Medien habe sich für das Verfahren akkreditiert. 50 von ihnen haben nach jetzigem Stand einen fest reservierten Platz.

- Rund 250 Plätze hat der umgebaute Gerichtssaal A 101.

- 488 Seiten umfasst die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft. Darin wird Zschäpe Mittäterschaft bei den zehn NSU-Morden vorgeworfen.

- 606 Zeugen hat die Bundesanwaltschaft für den Prozess benannt.

- Die mehr als 280 000 Seiten Ermittlungsakten füllen mehr als 600 Ordner.