Fußball0:0 im Rhein-Main-Derby: Frankfurt auf Europa-Kurs

Mainz (dpa) - Aufsteiger Eintracht Frankfurt darf nach einer Nullnummer im Rhein-Main-Derby weiter auf eine Europareise in der kommenden Saison hoffen, für den FSV Mainz 05 dagegen ist dieser Traum nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie geplatzt.

"Wir sind nicht zufrieden, wir wollten gewinnen", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach dem 0:0 im TV-Sender Sky. In einem emotionalen, aber spielerisch schwachen Nachbarschaftsduell der Fußball-Bundesliga warteten die 34 000 Fans in der ausverkauften Mainzer Arena vergeblich auf ein Tor. Durch den Punktgewinn überflügelte die Eintracht mit 46 Punkten im Kampf um einen internationalen Startplatz den SC Freiburg (45). Daher reagierten die Gäste auch durchaus zufrieden. "Wir können mit dem Punkt leben. Wir sind noch im Rennen um den europäischen Wettbewerb. Da freuen wir uns drüber", sagte Frankfurts Coach Armin Veh.

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Im zehnten Rhein-Main-Derby der Fußball-Bundesliga demonstrierten beide Teams vom Anpfiff weg die Bedeutung der Partie - allerdings mehr mit Zweikampfhärte und taktischer Disziplin als mit kreativem Offensivfeuerwerk. Die Gastgeber setzten auch ohne ihren verletzten Stürmer Adam Szalai die ersten Akzente und gaben durch Bo Svensson auch den ersten (harmlosen) Torschuss ab (2.).

Anschließend übernahmen die Gäste die Kontrolle. In bester Löw-Taktik ohne echten Stürmer setzten sie auf Konter und den wiedergenesenen Alexander Meier. Der als Kapitän aufgebotene Torjäger hatte auch die beste Chance der ersten Halbzeit, scheiterte mit seiner Direktabnahme aber am Mainzer Schlussmann Christian Wetklo (43.). Der folgende Kopfball von Marco Russ ging übers Tor (44.).

Ansonsten bekamen die Zuschauer vor allem Zweikämpfe und Standards zu sehen. Die Brisanz der Begegnung äußerte sich vor allem in der Spannung und dem taktischen Abtasten. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld, so dass es nach 45 Minuten 1:2 stand nach Torchancen. Nicolai Müller hätte nach einem Zuspiel von Andreas Ivanschitz das 1:0 für die Mainzer erzielen können, schlenzte aber am Tor vorbei (24.). Nicht nur in dieser Szene machte sich das Fehlen von Adam Szalai schmerzlich bemerkbar. Der mit 13 Treffern beste Torschütze der Mainzer fällt für den Rest der Saison wegen einer Fraktur im Querfortsatz des Lendenwirbels aus.

"Das tut uns extrem weh", sagte Trainer Thomas Tuchel. Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen und drei Niederlagen nacheinander setzte der Mainzer Chefcoach auf Rotation und brachte im Vergleich zum 0:2 in Dortmund gleich fünf Neue.

Nach der Pause versuchte er es zudem mit Niki Zimling anstelle des blassen Elkin Soto. Und prompt wurden die Mainzer gefährlicher. Nach 47 Minuten jubelte Ivanschitz, doch Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) hatte zuvor wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen. Zdenek Pospech zwang wenig später mit einem Kopfball Routinier Oka Nikolov im Eintracht-Tor zu einer Glanzparade (53.).

Auf das Drängen der Gastgeber reagierte wiederum Frankfurt-Coach Veh mit einem Doppel-Wechsel und brachte in Olivier Occean und Srdjan Lakic zwei Stürmer (64.). Am Bild änderte sich fast nichts: viel Engagement, viel Laufbereitschaft, aber keine Tore.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 58,3 - 41,7

Torschüsse: 14 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 50 - 50

Fouls: 14 - 15

Ecken: 7 - 7

Quelle: optasports.com

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  • Quelle dpa