Berlin (dpa) - Der Ton im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie wird rauer.

Vor der Fortsetzung der Verhandlungen im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg an diesem Dienstag hat Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück den Arbeitgebern mit einem "Streiksommer" gedroht.

"Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Frechheit und respektlos den fleißigen Mitarbeitern gegenüber, die Milliardengewinne erarbeitet haben", sagte Hück der "Bild"-Zeitung (Montag). Wenn bis Pfingsten keine Einigung erzielt sei, würde eine Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder abgehalten, ab Juni könnte es dann einen Arbeitskampf geben. Die IG Metall setzte ihre Warnstreiks unterdessen fort.

Bis zum frühen Montagnachmittag legten nach Angaben der Gewerkschaft bundesweit rund 40 000 Beschäftigte aus über 200 Betrieben ihre Arbeit nieder. Der Schwerpunkt lag laut IG Metall in Baden-Württemberg mit insgesamt 13 800 Teilnehmern.

In Nordrhein-Westfalen und Bayern beteiligten sich jeweils rund 6000 Beschäftigte an den Warnstreiks. Auch in anderen Bundesländer wurde die Arbeit zeitweise niedergelegt. An diesem Dienstag (7.5.) gehen die Verhandlungen zunächst in Baden-Württemberg weiter.

Die IG Metall fordert für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Schlüsselbranche 5,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Die Arbeitgeber haben nach zwei Nullmonaten 2,3 Prozent mehr Geld bei 13 Monaten Laufzeit geboten. Die IG Metall wies das Angebot umgehend als Provokation zurück.

Porsche-Betriebsratschef Hück unterstrich die Streikbereitschaft der Betroffenen: "Dann hätten wir einen heißen Streiksommer für soziale Gerechtigkeit, der sich gewaschen hat", sagte Hück der "Bild"-Zeitung. Wie bei einer Zahnpastatube werde man solange drücken, bis oben ordentlich etwas rauskomme. Der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber, Bertram Brossardt, wies in der Zeitung die Streikdrohung zurück und forderte die IG Metall zum Einlenken auf. "Unser Angebot ist vernünftig und fair."

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