GeschichteGedenken an die Bücherverbrennung

Berlin (dpa) - Deutschland hat sich nach den Worten von Bundestagspräsident Norbert Lammert bis heute nicht vollständig von den Folgen der Bücherverbrennungen der Nazis erholt.

Die Verfolgung Hunderter Autoren und die öffentliche Vernichtung ihrer Werke seien Teil eines Zivilisationsbruchs gewesen, der in Kultur und Wissenschaft nachwirke, sagte Lammert auf einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung am Freitag in der Berliner Humboldt-Universität.

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Am 10. Mai 1933 hätten nur wenige Meter von der Universität entfernt auf dem Berliner Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, NS-Studenten ein "bizarres Staatsschauspiel" inszeniert - mit Unterstützung der Professoren, wie Lammert betonte. Die Scheiterhaufen seien ein Symbol für die mutwillige Zerstörung und die Selbstaufgabe der Demokratie.

In ganz Deutschland wird an diesem Freitag an die Bücherverbrennung der Nazis erinnert. Mit der "Aktion wider den undeutschen Geist" hatten die Nationalsozialisten in mehr als 20 Städten tausende Werke bekannter Autoren vernichtet, darunter Bücher von Lion Feuchtwanger, Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Sigmund Freund und Karl Marx.

Liste der verbrannten Bücher

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  • Quelle dpa