Amman (dpa) - Bei den Bemühungen der USA und Russlands um Vermittlung zwischen den syrischen Bürgerkriegsparteien sind noch keine wesentlichen Fortschritte erkennbar.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch bei einem Treffen mit dem syrischen Vizeaußenminister Faisal al-Mikdad in Moskau, die Opposition sende Signale, die "nicht ermutigend" seien. So könnten sich die Regierungsgegner nicht auf "Verhandlungen ohne Bedingungen" einigen. Fast gleichzeitig drohte US-Außenminister John Kerry dem Regime von Präsident Baschar al-Assad mit einer verstärkten Unterstützung der Rebellen, falls die Vermittlungsbemühungen scheitern sollten.

Kerry kam am Abend in der jordanischen Hauptstadt Amman mit zehn weiteren Außenministern - darunter Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) - und syrischen Oppositionellen zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens der "Freunde des syrischen Volkes" stand die Vorbereitung der von den USA und Russland für Juni geplanten internationalen Konferenz, bei der die Konfliktparteien an einen Tisch gebracht werden sollen. Beide Seiten stehen einem solchen Treffen aber skeptisch gegenüber.

"Die Situation erfordert eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und den Beginn eines politischen Dialogs", sagte Lawrow. Al-Mikdad behauptete, die Führung in Damaskus sei sofort dazu bereit. Er lobte zudem die "Annäherung" Russlands und der USA in der Syrienfrage als "Meilenstein", wie die Agentur Itar-Tass meldete.

Kerry sagte in Amman, die Friedenskonferenz für Syrien solle sich auf die Bildung einer Übergangsregierung konzentrieren. Zu Assad sagte er, es sei zwar letztlich kaum vorstellbar, dass ein Mann, der Panzer und Raketen gegen Frauen und Studenten eingesetzt habe, Syrien künftig regiere. "Letztlich sollen aber die Syrer selbst entscheiden."

Westerwelle sieht die zunehmende Gefahr, dass der Syrien-Konflikt auf die Nachbarländer übergreift. "Ich fürchte, man muss unumwunden feststellen, dass die Gefahr eine Flächenbrandes eher gewachsen als geringer geworden ist", sagte er in Amman. Umso wichtiger sei es, dass die von den USA und Russland geplante Konferenz ein Erfolg werde. "Eine militärische Lösung wird mit Sicherheit keine nachhaltige, friedliche, demokratische, stabile Lösung für Syrien bringen", sagte Westerwelle. "Was wir brauchen ist ein Ausgleich, eine politische Lösung."

Auswärtiges Amt zu Syrien