Düsseldorf (dpa) - Im nasskalten Düsseldorf hat Tommy Haas mit heißem Kämpferherz ein vorzeitiges Aus gerade noch abwenden können.

Die deutsche Nummer eins rang beim neuen Tennis-Turnier im Rochusclub den Kroaten Ivan Dodig mit 3:6, 6:4, 7:5 nieder und steht bei der mit 467 800 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung damit im Viertelfinale. "Es war ein hartes Stück Arbeit. Ivan ist ein richtiger Fighter. Ich bin froh, dass ich es noch gedreht habe", sagte Haas nach dem Kraftakt. Mit dem ersten Matchball machte der 35-Jährige nach 1:59 Stunden das Weiterkommen perfekt.

Im Viertelfinale trifft Haas nun auf Jarkko Nieminen. Der Finne setzte sich gegen Roberto Bautista Agut aus Spanien mit 6:4, 5:7, 6:3 durch. Bei den Australian Open in Melbourne kassierte Haas gegen Nieminen eine bittere Erstrunden-Niederlage. "Ich habe also noch eine Rechnung mit ihm offen", meinte der gebürtige Hamburger.

Vor dem Publikumsliebling hatte bereits Tobias Kamke die Runde der letzten Acht erreicht. Der 27-Jährige bezwang den Slowenen Aljaz Bedene ohne große Mühe mit 6:1, 6:4. Kamke trifft nun auf den an Nummer drei gesetzten Juan Monaco. Der Argentinier besiegte Andre Ghem aus Brasilien mit 6:4, 6:4. Das Aus kam dagegen für Daniel Brands. Der 25 Jahre alte Deggendorfer war beim 1:6, 0:6 gegen den Tschechen Jan Hajek völlig chancenlos.

Haas tat sich bei widrigen Witterungsbedingungen von Anfang an sehr schwer. Der Nummer 14 der Welt unterliefen viele leichte Fehler, immer wieder haderte der Mitfavorit mit sich selbst. Als er nach 33 Minuten den ersten Satz abgeben musste, schrie er seinen Frust lauthals in die nasskalte Luft am Rochusclub.

Doch wie so oft bewies Haas großen Kampfeswillen. Nachdem er den zweiten Durchgang mit 6:4 gewonnen hatte, schien die Wende geschafft. Aber Dodig gab nicht auf und war im dritten Abschnitt beim Stand von 5:4 und 30:15 bei Aufschlag Haas nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt. "Das war eine gefährliche Situation", gestand Haas. Er wendete die bedrohliche Situation aber ab, schaffte kurz darauf selbst das Break und machte wenig später unter dem Jubel der Zuschauer den Sieg perfekt. "Ich weiß nicht, ob ich in einem anderen Land dieses Spiel heute gewonnen hätte", lobte Haas das Publikum.

Das frühe Aus kam dagegen für Janko Tipsarevic. Der an Nummer eins gesetzte Serbe unterlag dem argentinischen Qualifikanten Guido Pella mit 6:7 (1:7), 1:6. Im vergangenen Jahr hatte Tipsarevic im Rochusclub mit Serbien noch den World Team Cup gewonnen. Seit diesem Jahr findet auf der traditionsreichen Anlage am Rolander Weg ein Turnier der 250er Serie statt.

Kamke zeigte gegen den Lucky Loser Bedene dagegen eine starke Leistung. "Eigentlich mag ich es mehr, wenn es wärmer ist und die Plätze schneller sind. Trotzdem bin ich heute sehr zufrieden", sagte Kamke nach seinem Erfolg.

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