Hannover (dpa) - Mit dem Musiktheaterstück "Atlas – Inseln der Utopie" des spanischen Komponisten José María Sánchez-Verdu haben am Samstagabend in Hannover die Kunstfestspiele Herrenhausen begonnen.

Die Inszenierung stammt von Regisseurin Sabrina Hölzer, die im Rahmen der Uraufführung den mit 20 000 Euro dotierten Belmont-Preis 2013 für zeitgenössische Musik entgegennahm. Das Publikum applaudierte begeistert für einen starken Festivalauftakt.

In dem langgestreckten Galeriegebäude ist Sánchez-Verdús Musiktheater als eine Art begehbare Klanginstallation zu erleben: Fünf Vokalsolisten und zwölf Instrumentalisten verteilen und bewegen sich im Raum, zum Einsatz kommen auch elektronisch erzeugte und verfremdete Klänge und ein "Auraphon" genanntes Instrument. An den Wänden der Galerie stehen nur wenige Bänke, das Publikum kann und soll sich frei bewegen und den Ereignissen nach eigenem Belieben folgen.

Sabrina Hölzer hat den Raum bis auf die mit Gras und Sand bedeckten Podeste für die wechselnden Musiker-Formationen äußerst sparsam bestückt und arbeitet vorzugsweise mit kraftvollen Lichteffekten, um dramatische Wirkungen zu erzeugen. Die Sänger und Musiker produzieren Geräusche und Klangfetzen, manches klingt bekannt und uralt, vieles fremd oder gar verstörend. Im Laufe der knapp siebzig Minuten entwickelt sich ein suggestiver Sog.

Mit dem Belmont-Preis ehrt die Forberg-Schneider-Stiftung herausragende Leistungen von Komponisten, Musikern und Musikwissenschaftlern. Die 45-jährige Hölzer entwickelt und inszeniert seit 1997 Musiktheater-Projekte, Installationen sowie Performances.

Bei den Kunstfestspielen Herrenhausen sind unter dem Motto "Heimat Utopie" bis zum 22. Juni unter der Intendanz von Elisabeth Schweeger 21 Aufführungen an verschiedenen Spielstätten der barocken Gartenanlage zu sehen.

Informationen zu den Kunstfestspielen