Washington (dpa) - Musik und Tanz gehören eng zusammen - auch für manche Vögel. Der Graurücken-Leierschwanz in Australien tanzt bei der Balz nicht nur zur eigenen Musik - er wählt zu verschiedenen Tonfolgen auch jeweils ganz bestimmte Tanzschritte.

Das berichten Forscher in der Zeitschrift "Current Biology".     Anastasia Dalziell von der Universität von Canberra (Australien) filmte zwölf männliche Graurücken-Leierschwänze (Menura novaehollandiae) bei ihrer Brautwerbung. Dabei stellte sie fest, dass die Tiere mit ihrem Gefieder und Schwanz immer wieder bestimmte Bewegungen mit bestimmten Gesängen kombinierten.

"Genauso, wie wir Walzer tanzen bei Walzermusik oder Salsa zu Salsa-Musik, so treten die Leierschwänze seitwärts und spreizen ihre Schwanzfedern wie einen Schleier zu einem Gesang, der klingt wie ein Spielautomat aus den 1980er-Jahren", sagte Dalziell. Zu einem ruhigeren Gesang schlügen sie dagegen mit den Flügeln und hielten ihre Schwanzfedern hoch und eng zusammen, dass es aussieht wie ein Irokesenschnitt.  

Die Vögel beherrschten vier Grundtypen von Gesängen, und zu jedem gebe es spezielle Bewegungen, berichtet die Biologin. Die Leierschwänze könnten auch singen, ohne zu tanzen. Und zuweilen machten sie Fehler in ihrer Schrittfolge. Tanzen sei für die Vögel wohl genauso schwierig wie für Menschen, mutmaßen die Forscher. Die Männchen steckten eine ganze Menge Arbeit in ihre Tänze und übten jahrelang. Die Bewegungen scheinen eine Art Bonus zu sein, der ihrem Auftritt vor begehrten Weibchen mehr Glanz verleihen soll.

Die Vorlieben der Vogel-Damen sind allerdings für den Menschen nicht immer leicht zu verstehen. "Manchmal habe ich Auftritte von Männchen gesehen, die mir wunderbar und perfekt vorkamen, und dann hat sich das Weibchen abgewendet und interessierte sich für den Nachbarn", berichtet Dalziell. In der Paarungszeit schauten sich die Weibchen Gesangs- und Tanzdarbietungen von mehreren Männchen an.

Die Beobachtungen zeigten, dass die enge Verbindung von Musik und Bewegung, die sich bei Menschen rund um den Globus finde und so weit gehen könne, dass manche Gesellschaften nur ein einziges Wort für beides besäßen, kein rein menschlicher Zug sei. Vielmehr könne man von einer gemeinsamen Evolution dieser Verhaltensweisen ausgehen, schließt die Forscherin. Es müsse weiter untersucht werden, wie die Tiere Laute und Bewegung koordinieren und wie das lernen.