Halle (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen zu noch mehr Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe aufgerufen. Bei einem Besuch in der vom Hochwasser schwer geschädigten Stadt Halle in Sachsen-Anhalt zeigte sich der Bundespräsident zugleich zuversichtlich für den Wiederaufbau.

"Dass wir es wieder packen, das haben wir auch bei der Flut 2002 bewiesen", sagte Gauck. Auch jetzt werden sich seiner Ansicht nach erneut viele Menschen in Deutschland von der Hilfsbereitschaft anstecken lassen und ihren Geldbeutel öffnen. "Deutschland ist ein solidarisches Land", sagte der Bundespräsident.

Am Morgen hatte er in der Marktkirche mit Hunderten Hallensern, freiwilligen Helfern und Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) einen Gottesdienst besucht. Dabei wurde des Leids der vielen Hochwasseropfer in Ost- und Süddeutschland gedacht. Gauck betonte, er sei auch gekommen, um den Menschen Mut zu machen.

Dicht umringt von Anwohnern der Stadt bedankte sich das Staatsoberhaupt bei Mitgliedern von Hilfsorganisationen für ihren Einsatz rund um die Uhr.

In Halle, wo 30 000 Menschen aufgefordert waren, vor den Fluten der Saale ihre Häuser zu verlassen, liefen unterdessen überall sichtbar die Aufräumarbeiten. Die Feuerwehr pumpt unentwegt die braune Brühe aus den Kellern und Gebäuden.

Am Nachmittag wollte Gauck nach Meißen in Sachsen weiter fahren, um dort mit Helfern und Betroffenen zu reden. Die Elbe hatte die Stadt unter Wasser gesetzt.