Kingston (SID) - Usain Bolts Trainer Glen Mills fordert Konsequenzen: Nach der neuesten Doping-Affäre um Sprint-Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown plädiert der Coach des Leichtathletik-Weltstars für ein Dopinglabor auf Jamaika.

Laut Trackalerts sagte Mills einem Radiosender: "Alle Beteiligten müssen äußerst wachsam sein, dass nur mit sauberen Mitteln gearbeitet wird. Dazu gehört die Etablierung eines anerkannten Labors für Jamaika, in dem die Athleten auf verbotene Substanzen getestet werden können."

Gleichzeitig plädierte Mills dafür, positiv getestete Athleten nicht vorzuverurteilen: "Das ist wie ein Minenfeld für die Athleten: Jede Substanz, die nicht auf der Verbotsliste steht, könnte verunreinigt sein."

Bei der dreimaligen Sprint-Olympiasiegerin Veronika Campbell-Brown wurde bei einem Einladungsmeeting am 4. Mai in Kingston das verbotene Diuretikum Lasix nachgewiesen. Mit dem darin enthaltenen Wirkstoff Furosemid kann die Einnahme von Dopingmitteln verschleiert werden. Campbell-Brown, die 2004 Olympia-Gold über 200 m und 4x100 m gewonnen hatte und auch in Peking 2008 über 200 m erfolgreich war, droht eine zweijährige Sperre. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF will sich in den nächsten Tagen äußern.

Vergangene Woche waren zwei Jamaika-Läufer wegen Dopings verurteilt worden. Dominique Blake, Mitglied der 4x400-m-Staffel bei Olympia 2012 in London, erhielt sechs Jahre Sperre, 800-m-Meister Ricardo Cunningham, der den London-Start verpasst hatte, neun Monate.

Als zuvor bekanntester Athlet Jamaikas war der frühere Staffelweltmeister Steve Mullings lebenslang gesperrt worden. Er war vor der WM 2011 in Daegu/Südkorea in 9,80 Sekunden Nummer drei der 100-m-Weltrangliste gewesen.