Berlin (dpa) - Sie wurden von religiösen Gruppen verdammt und als Anhänger der "Church of Satan" verschrien - alles nur wegen "Hotel California".

Mit dem soften Superhit, ein Evergreen für die Ewigkeit, haben die Eagles der Welt ein Rätsel aufgegeben. Handelt der Song von Drogen? Verwandelt sich ein Traum in einen Alptraum? Don Henley hat da seine ganz eigene Vorstellung: "Meine einfache Auslegung ist, dass es ein Song über eine Reise von Unschuld zu Erfahrung ist. Das ist alles", sagt der Sänger und Schlagzeuger in der "History of The Eagles" - einer DVD-Box mit einer zweiteiligen Film-Dokumentation und dem Konzertmitschnitt "Eagles Live At The Capital Centre - March 1977". Ein Booklet mit zahlreichen Fotos rundet das gelungene Package ab.

Aufstieg, Erfolg, Krise, Ende: Anhand von zahlreichen Interviews mit allen Mitgliedern der Eagles ist die Dokumentation vor allem auch ein fein erzähltes Psychogramm einer erfolgreichen Band, die auf dem Höhepunkt ihres Erfolges bereits erste Ansätze des Auseinanderbrechens zeigt.

Immer wieder wird von Frontmann Glenn Frey betont, dass eine Band keine demokratische Veranstaltung sei - und nicht jeder der Musiker kam damit zurecht. Gitarrist Don Felder etwa, der George Harrison der Eagles, verlangte einen größeren Anteil an der Musik, scheiterte aber an dem Führungsduo Glenn Frey/Don Henley. Die Alkohol- und Drogenexzesse von Joe Walsh, der sich den Titel "Weltmeister im Hotelzertrümmern" verdient hat, waren auch nur bedingt stabilitätsbildend.

Überhaupt erzählen die Eagles in der Dokumentation ganz freimütig vom ausufernden Drogenmissbrauch in der Band, der das Gleichgewicht immer wieder ins Schwanken bringt. Selbst der phänomenale Erfolg der südkalifornischen Band kann die Krise schließlich nicht mehr überdecken. Langsam aber sicher verfliegt der Zauber. 1980 war das Ende der Eagles besiegelt. Allerdings nicht für die Ewigkeit...

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