München (dpa) - Im NSU-Prozess will das Oberlandesgericht München von heute an mit der Aufarbeitung der einzelnen Mordanschläge der Neonazi-Terroristen beginnen. Für diesen Verhandlungstag sind mehrere Zeugen und ein Sachverständiger zum Mord an Abdurrahim Özüdogru im Jahr 2001 in Nürnberg geladen.

Es ist der zweite Mordanschlag, der den Terroristen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) zur Last gelegt wird.

Laut Anklage betraten die Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wahrscheinlich am späten Nachmittag des 13. Juni 2001 die kleine Änderungsschneiderei Özüdogrus. Sie schossen dem 49-Jährigen ins Gesicht und - als er am Boden lag - in die Schläfe. Anschließend fotografierten sie ihr Opfer. Özüdogru starb noch am Tatort.

Für den Montagvormittag sind am Oberlandesgericht drei Polizisten geladen; nachmittags sollen vier weitere Zeugen sowie ein Sachverständiger gehört werden.

Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist als Mittäterin an sämtlichen Morden des NSU angeklagt. Auch wenn sie nicht am Tatort war, soll sie für die Taten mitverantwortlich sein, weil sie für die legale Fassade der Terrorzelle sorgte.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung