Formel 1Neues Concorde Agreement kommt

Silverstone (SID) - Chefpromoter Bernie Ecclestone (82) hat sich mit den Formel-1-Teams auf ein neues Concorde Agreement geeinigt. Der neue Grundlagenvertrag der Königsklasse werde in "naher Zukunft" unterzeichnet. Das teilte der Automobil-Weltverband FIA am Rande des Großen Preises von England (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) mit.

Zuletzt hatten Vertreter der Teams mit Ecclestone über die Verfassung der Formel 1 gestritten. Dabei ging es vor allem um die Verteilung der Preisgelder und Regeländerungen. Nun haben sich Teams, die FIA und das Management der Rennserie (FOM) mit Ecclestone an der Spize auf einen neuen Vertrag verständigt.

Anzeige

In jedem Fall werden die Teams künftig mehr Millionen aus den prall gefüllten Geldtöpfen erhalten. "Weil wir mehr Geld einnehmen", wie Ecclestone zuletzt gesagt hatte. Zudem wird den Teams erlaubt, öfter zu testen.

Außerdem kommt ab der nächsten Saison ein neuer Strafenkatalog zum Einsatz, ähnlich der Verkehrs-Sünderkartei in Flensburg. Demnach bekommen die Piloten für Vergehen wie unerlaubte Überholmanöver eine Punktstrafe. Wer zwölf Punkte angesammelt hat, wird für das nächste Rennen gesperrt. Verschuldete Unfälle werden härter bestraft als Verstöße gegen das Tempolimit. Die Strafpunkte werden jeweils nach einem Jahr wieder gelöscht. Die Fahrer um Weltmeister Sebastian Vettel hatten diese Pläne zuletzt kritisiert.

"Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist", hatte Vettel über die Idee gesagt, "ich mag es nicht. Vielleicht bin ich ein bisschen altmodisch." Es möge eine gewisse Logik dahinterstecken, ein System zu benutzen wie im Straßenverkehr, "aber am Ende des Tages fahren wir Rennen", sagte der Red-Bull-Pilot.

Nach der Reifen-Affäre um Mercedes wurde zudem das Reglement für Testfahrten konkretisiert. Während der Europasaison soll es zukünftig vier Tests über jeweils zwei Tage geben. Die Testfahrten sollen jeweils kurz nach einem Grand Prix auf der gleichen Strecke erfolgen. Geplant sind jeweils der Dienstag und Mittwoch nach einem Rennen. So sollen Kosten gespart werden. Der Nachwuchsfahrer-Test wird gestrichen. Es werden auch Testfahrten im Januar 2014 erlaubt, um die neuen Turbo-Motoren früher testen zu können.

Außerdem sollen die Fahrer besser geschützt werden. Um mehr Schutz bei einem seitlichen Aufprall zu bieten, werden die Boliden mit einem standartisierten Schutz ausgerüstet. Zudem muss der Cockpit-Rahmen seitlich des Fahrerkopfs widerstandsfähiger gestaltet werden - die erlaubte Verformung beim statischen Belastungstests wird von 20 Millimetern auf fünf Millimeter verringert.

Zur Startseite
 
  • Quelle sid