Istanbul (SID) - Schatten über den türkischen Olympiaplänen: Gut zwei Monate vor der Wahl der Olympiastadt 2020 wird die Bewerbung Istanbuls erneut belastet. Nach den Protesten Hunderttausender gegen die Politik von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sorgt nun ein großer Dopingskandal für Aufregung. Rund 30 Sportler des Landes, darunter allein 15 Leichtathleten, sollen nach Darstellung türkischer Behörden der Einnahme unerlaubter Substanzen überführt worden sein.

Nach Berichten der Zeitungen Hürriyet und Vatan gab der türkische Leichtathletik-Verband bekannt, dass 15 Athleten mit leistungssteigernden Drogen erwischt worden seien, darunter zum zweiten Mal in seiner Karriere Esref Apak, Olympiazweiter von Athen 2004 im Hammerwurf. Bereits im April waren die 1500-m-Olympiasiegerin von London 2012, Asli Cakir Alptekin, die Europameisterin über 100 m Hürden, Nevin Yanit, und drei weitere Athleten suspendiert worden. Ihre Namen hatten auf der Liste positiv getesteter Athleten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gestanden.

Istanbul ist neben Madrid und Tokio Kandidat, wenn am 7. September bei der 125. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Buenos Aires die Sommerspiele 2020 vergeben werden.