Deutschland im Fokus der US-Datenspionage

Berlin (dpa) - Der Skandal um die weltweite Datenspionage der US-Geheimdienste droht zu einer schweren Belastung für das Verhältnis Deutschlands und Europas zu den USA zu werden. Empört reagierten Politiker von Regierung und Opposition in Berlin auf Berichte, wonach die Überwachung Deutschlands durch den US-Geheimdienst NSA offenbar viel umfangreicher ist als bislang angenommen. Die Bundesanwaltschaft prüft, ob sie für mögliche Ermittlungen zuständig ist. Washington äußerte sich bislang nicht konkret zu den Vorwürfen.

Zehntausende demonstrieren in Ägypten

Kairo (dpa) - In Ägypten ist die Angst vor neuer Gewalt groß. Zehntausende Menschen haben sich landesweit zu Protesten für und gegen die islamistische Regierung von Präsident Mohammed Mursi versammelt. Die Opposition will den Staatschef zum Rücktritt zwingen. Zum ersten Jahrestag seines Amtsantritts hat sie in den vergangenen Wochen dazu nach eigenen Angaben mehr als 22 Millionen Unterschriften gesammelt. Auch Anhänger Mursis und der Muslimbruderschaft gingen auf die Straße. Für sie kommt ein Rückzug des Präsidenten nicht infrage.

"Bild am Sonntag": Wulff setzt sich gegen Vorwürfe zur Wehr

Hannover (dpa) - Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat sich mit einer 65-seitigen Anklageerwiderung gegen die Korruptionsvorwürfe der Staatsanwaltschaft zur Wehr gesetzt. Dies berichtete die "Bild am Sonntag". Wulffs Anwalt Bernd Müssig habe das Schreiben Mitte Juni beim Landgericht Hannover eingereicht. Darin würden schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben. So sei Wulff von den Ermittlern zum Lügner erniedrigt worden. Wulff war Mitte April wegen des Verdachts der Bestechlichkeit angeklagt worden.

Asylbewerbercamp in München geräumt

München (dpa) - Die Behörden in München haben den einwöchigen Hungerstreik von Asylbewerbern beendet und mit der Räumung ihres Camps eine drohende Katastrophe verhindert. Alle 44 Asylbewerber wurden am Morgen in Krankenhäuser gebracht. Der Anführer der Aktion wurde festgenommen. Der Iraner soll Ärzten die Behandlung der schon stark geschwächten Flüchtlinge verwehrt haben. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer begründeten die Räumung mit akuter Lebensgefahr für die Hungerstreikenden.

Obama besucht Mandelas Zelle auf Robben Island Kapstadt (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat die ehemalige Gefangeneninsel Robben Island vor Kapstadt besucht. Dort war der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela jahrelang inhaftiert. Obama wurde von seiner Ehefrau Michelle und seinen beiden Töchtern begleitet. Sie besichtigten die winzige Zelle, in der Mandela die meiste Zeit seiner 27-jährigen Haft verbrachte. Der heute schwerkranke Mandela wurde 1990 aus der Haft entlassen und vier Jahre später zum ersten demokratischen Präsidenten Südafrikas gewählt.

Kerry: "Echte Fortschritte" bei Nahost-Gesprächen

Ramallah (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat nach intensiven Nahost-Vermittlungsbemühungen von "echten Fortschritten" gesprochen. Nach einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah sagte Kerry, es gebe noch einige Dinge, an denen man arbeiten müsse. Insgesamt habe er in den vergangenen Tagen aber "positive und sehr wichtige" Gespräche geführt. Der palästinensische Chefunterhändler sagte dagegen, es habe keinen Durchbruch gegeben. Kerry bemüht sich seit Monaten, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Abbas wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.