Wiesbaden (dpa) - Nach Angaben von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat der von den USA verfolgte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden um Asyl in Deutschland gebeten. Friedrich sprach aber von "einer Art Rundschreiben" Snowdens an viele Länder.

Aus rechtlichen Gründen sehe er eine Aufnahme des Computerexperten, der am Moskauer Flughafen festsitzt, skeptisch. Er habe keine Hinweise darauf, dass US-Geheimdienste die Bundesregierung, deutsche Botschaften oder deutsche Internetknoten ausgespäht hätten, sagte Friedrich. Ein solches Verhalten würde er als Verletzung der Souveränitätsrechte Deutschlands werten.

Friedrich verlangte von den USA Aufklärung über Datenspäherei in Deutschland. Eine Delegation solle am Wochenende in die USA fliegen, um Auskünfte einzuholen, kündigte der Innenminister an, ohne weitere Details zu nennen.

Snowden könne kein Asyl im eigentlichen Sinne beantragen, weil er dazu bereits in Deutschland sein müsste, sagte Friedrich bei einer Veranstaltung der hessischen CDU zur Cybersicherheit. Nach seinen Angaben prüft das Auswärtige Amt, ob eine Aufnahme aus humanitären und völkerrechtlichen Gründen möglich sei. Die USA seien aber ein Rechtsstaat. "Am Ende glaube ich nicht, dass ein völkerrechtliches und humanitäres Argument zählen kann. Am Ende wird es möglicherweise eine politische Frage sein."