BörsenDax bleibt dank Bernanke im Aufwind

Frankfurt/Main (dpa) - US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat den Dax am Donnerstag im Aufwind gehalten.

Er sorgte mit der erneuten Zusicherung "sehr expansiver Geldpolitik für absehbare Zeit" bei den Anlegern für weiter gute Laune. Bis zum Nachmittag kletterte der deutsche Leitindex um 1,01 Prozent auf 8148 Punkte.

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In vier Gewinntagen liegt er damit seit dem vergangenen Freitag fast viereinhalb Prozent im Plus. Der MDax stieg am Donnerstag um 0,37 Prozent auf 13 990 Punkte, während der TecDax um 1,20 Prozent auf 983 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog nach einem Tag Verschnaufpause um 0,70 Prozent an auf 2678 Punkte.

Analysten von Barclays hielten die Euphorie mit Blick auf die Bernanke-Äußerungen jedoch für übertrieben - sie dürften nichts daran ändern, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe im Laufe des Jahres einschränken werde.

Die Anleger ließen sich in ihrer Kauflaune aber nicht beirren, auch nicht von einer eher schwachen Nachfrage bei einer Anleiheauktion im Krisenland Italien oder von US-Daten.

Im Dax gab es mit der Lufthansa und Henkel nur zwei Verlierer. Die Papiere der Fluggesellschaft hielt der weiter nach oben galoppierenden Ölpreis im Zaum. An der Spitze erholten sich derweil Lanxess um weitere 4,45 Prozent. Die Spezialchemietitel waren in den vergangenen dreißig Tagen gemeinsam mit Commerzbank-Anteilen die schwächsten im Leitindex und holten nun weiter auf.

Die Aktien von Praktiker ragten im sehr freundlichen Markt mit einem Kurseinbruch von 64,05 Prozent umso deutlicher heraus. Die Baumarktkette beantragte wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit Insolvenzverfahren für die Holding und acht Tochterfirmen in Deutschland. "Der Kampf ist vorbei", kommentierte Analyst Christian Schwenkenbecher von der Privatbank Hauck & Aufhäuser.

Da verbleibende Vermögenswerte wie die Tochter Max Bahr bei Gläubigern als Sicherheit hinterlegt worden seien, bleibe für die Aktionäre nichts übrig. Papiere der Hornbach Holding sprangen indes um 8,31 Prozent an.

Erfolgreich verlief im zweiten Anlauf der Börsengang von Deutsche Annington. Nachdem die Wohnungsgesellschaft den Preis der Aktie deutlich auf 16,50 Euro herabgesetzt hatte, starten die Papiere mit 17,10 Euro in den Handel und wurden zuletzt gar bei 17,355 Euro gehandelt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,32 Prozent am Vortag auf 1,31 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 134,19 Punkte. Der Bund Future rückte indes um 0,25 Prozent auf 142,82 Punkte vor. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3044 (Mittwoch: 1,2813) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7666 (0,7805) Euro.

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  • Quelle dpa