Berlin (dpa) - Das Ermittlungsverfahren gegen den Berliner Modemacher Harald Glööckler (48) wegen des Verdachts auf Kokain-Konsum ist eingestellt worden.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Montag eine entsprechende Mitteilung des Designers. Es habe keinen Tatnachweis gegeben, sagte die Pressesprecherin der Ermittlungsbehörde, Oberstaatsanwältin Silke Becker.

Glööckler kündigte rechtliche Schritte gegen die "Bild"-Zeitung an, die Anfang Juli über die Ermittlungen berichtet hatte. Er warf dem Blatt vor, ihn an den Pranger gestellt und vorverurteilt zu haben. "Der angebliche Kokain-Skandal ist in Wirklichkeit ein Medien-Skandal", so der 48-Jährige.

Eine Sprecherin der Zeitung sagte auf Anfrage: "Bild" hat über die Ermittlungen berichtet und wird adäquat auch über die Einstellung des Verfahrens berichten."

Wie Glööckler weiter mitteilte, hat das Landgericht Köln der "Bild"-Zeitung bereits am 18. Juli in einer Einstweiligen Verfügung verboten, ihre Berichterstattung über seinen angeblichen Drogenbesitz zu wiederholen. Gerichtssprecher Dirk Eßer bestätigte die Entscheidung. Bei Zuwiderhandlung drohe der Axel Springer AG eine Strafe von 250 000 Euro.

Nach Angaben seines Anwalts Christian-Oliver Moser will der Modemacher nun Schadenersatz und Geldentschädigung "in einer auch für die Axel Springer AG historischen Höhe" fordern. Notfalls werde man das Verfahren bis zu höchsten europäischen Instanz führen, so Moser.

Glööckler ist ein international tätiger Modedesigner, der seine Kollektionen vor allem über den Teleshopping-Sender QVC vertreibt. Seine Produkte sind eigenen Angaben zufolge in mehr als 80 Ländern
erhältlich.

Pressemitteilung Glööckler