Barcelona (SID) - Bei der spektakulären WM-Premiere der Klippenspringer greift der Kolumbianer Orlando Duque nach Gold. Der frühere Weltserien-Gewinner mit dem markanten Zopf führt nach zwei starken Sprüngen aus waghalsigen 27 Metern zur Halbzeit des Wettbewerbs im Port Vell von Barcelona mit 217,10 Punkten vor dem Russen Artem Silschenko (215,95) und dem Mexikaner Jonathan Paredes (213,30). Die Entscheidung fällt in den beiden Finaldurchgängen am Mittwoch (17.00 Uhr).

Die mit Spannung erwartete WM-Premiere lockte Zehntausende Zuschauer zum Hafen. Das begeisterte Publikum und die 13 tollkühnen Athleten, die aus schwindelerregender Höhe von einer Stahlgerüst-Anlage absprangen und mit Geschwindigkeiten von über 80 km/h ins Wasser eintauchten, sorgten für ein Spektakel. Der Weltverband FINA hatte sich wegen der enormen Telegenität der Extremsportart dazu entschlossen, den Wettkampf ins offizielle WM-Programm aufzunehmen.

Am Dienstag geht die Mainzerin Anna Bader bei den Frauen als Titelfavoritin an den Start. Die sechsmalige Europameisterin, die in der von einem Getränkehersteller organisierten Weltserie oft konkurrenzlos antritt, kämpft mit fünf Springerinnen aus den USA, Kanada und der Ukraine aus 20 m um das erste WM-Gold bei den Frauen. "Das erste Mal, dass was Richtiges an den Start geht", sagte Bader.

Beim Klippenspringen tauchen die Athleten anders als die Wasserspringer fußwärts ein, weil die Kräfte auf die Nackenmuskulatur bei einem Kopfsprung zu groß wären. "Es ist schon eine gefährliche Sportart", sagte Lutz Buschkow, Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Rettungstaucher sind bei den Sprüngen immer einsatzbereit im Wasser.