Budapest (dpa) - Britta Heidemann bleibt auf den Planchen der Fechtwelt einfach top. Degen-Bronze von Budapest war für die Olympia-Zweite die zehnte WM-Medaille einer wundervollen und langen Karriere.

Das 9:15 im Halbfinale gegen die Russin Anna Siwkowa tat der großen Freude im deutschen Tross und von Heidemann selbst überhaupt keinen Abbruch: "Das ist extrem beeindruckend", kommentierte Sportdirektor Sven Ressel.

Britta Heidemann wusste, erneut Großes geleistet zu haben. Schon mit dem 15:13 im Viertelfinale gegen Shin A-Lam vertrieb das Degen-Ass den dezent um sich greifenden Frust nach dem tollen ersten Entscheidungstag mit Florett-Silber für Carolin Golubytskyi: Die Bronzemedaille war sicher. Und mehr wurde es nicht.

Ressel konnte dennoch mit tiefer Zufriedenheit feststellen: Das Soll seiner 25 Fechter beim Weltchampionat in Ungarns Hauptstadt war vorzeitig erfüllt. "Unser Ziel waren zwei Medaillen. Das ist sehr früh erreicht worden." Über die 30 Jahre alte Vorzeige-Fechterin Heidemann sagte Ressel: "Das ist ein Riesending für sie. Sie hat sich wieder eine Motivation für die Zukunft geholt."

Und wie! Mit 15:5 gegen die Kanadierin Joanne Guy drang sie in das Viertelfinale ein und traf dort 374 Tage nach dem dramatischen olympischen Halbfinale von London erneut auf Südkoreas Shin A-Lam. Vor Jahresfrist hatte Peking-Gewinnerin Heidemann, Weltmeisterin von 2007, nach langer Wartezeit umstritten mit 6:5 im Sudden Death gewonnen - diesmal war es beim 15:13 trotz des knappen Resultats eine klare Sache.

Und das machte happy. Denn zwischendurch haderten die anderen Degen-Experten über ihren sportlichen Werdegang von Budapest. WM-Neuling Falk Spautz fehlte ein Treffer zur Medaille. Europameister Jörg Fiedler grollte über alle und jeden nach dem Aus im Achtelfinale.

Spautz wusste nicht, ob er sich über Rang acht freuen oder leicht giftig auf sich selbst sein sollte. Der 2,05-Meter-Mann entschied sich: Der leise Frust musste raus. "Schon ärgerlich, ein solcher Treffer." 14:15 unterlag der 23-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen dem Russen Pawel Suchow im Viertelfinale. Und durfte trotzdem als Gewinner im deutschen Team gelten. Denn wer in Runde zwei einen Weltranglistenzweiten namens Max Heinzer aus der Schweiz mit 15:13 stehen lässt, hat es drauf.

Das galt prinzipiell auch für Fiedler. Der Europameister von 2011 und 2013 blieb aber schon unter den Top 16 mit 14:15 gegen den Polen Radoslaw Zawrotniak hängen. Fiedler, der 35-Jährige vom FC Leipzig, war richtig giftig: Warf Ressel die Maske vor die Füße, bekam sich kaum noch ein und war "so ziemlich auf alle sauer". Als Nummer vier der Welt hatte er mit mehr spekuliert. Fiedler blieb Platz neun. Norman Ackermann wurde 28., Steffen Launer endete auf Rang 67.

Mit Heidemanns wohltuender Ausnahme verlief der Degen-Einzelwettbewerb für die anderen deutschen Damen enttäuschend. Monika Sozanska, WM-Siebte von Catania 2011, scheiterte unter den Top 32 und kam über den 20. Platz nicht hinaus. Die zweimalige Europameisterin Imke Duplitzer und Beate Christmann hatte es schon in Runde eins erwischt. Duplitzer wurde am Schluss an Position 35, Christmann auf Platz 46 eingereiht.

Veranstalter-Homepage