Kairo (dpa) - Bei der Räumung der Protestlager von Islamisten in Kairo sind acht Menschen getötet worden, darunter zwei Polizisten. Das bestätigten Polizeibeamte in der ägyptischen Hauptstadt.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden zudem Dutzende Demonstranten und einige Polizisten verletzt. Das Innenministerium ordnete die Einstellung des Zugverkehrs in ganz Ägypten an.

Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Tränengas-Granaten und Gummigeschosse abgefeuert. Die Islamisten hätten Steine und Flaschen auf die Polizei geworfen. Ein dpa-Reporter sah, wie Demonstranten im Nasr-City-Viertel auf Polizisten feuerten.

Das Innenministerium teilte drei Stunden nach Beginn der Operation mit, die Polizei habe den Al-Nahdha-Platz im Stadtteil Giza unter Kontrolle gebracht. Rund um die Rabea-al-Adawija-Moschee in Nasr-City hielten sich zu dem Zeitpunkt noch zahlreiche Demonstranten auf. Die Muslimbruderschaft sprach von einem "Massaker".

Die Übergangsregierung hatte der Polizei vergangene Woche grünes Licht für die Räumung der beiden Lager gegeben. Die Islamisten hatten die Zeltlager errichtet, um zu erzwingen, dass Präsident Mohammed Mursi wieder als Staatschef eingesetzt wird. Das Militär hatte Mursi am 3. Juli nach Massenprotesten abgesetzt.