FußballEuropa-League-Therapie für Frankfurt und Stuttgart

Agdam (dpa) - Nach ihrem Bundesliga-Fehlstart begeben sich Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart in Europa-League-Therapie.

Mit Erfolgen gegen Außenseiter aus Aserbaidschan und Kroatien wollen die Teams von Armin Veh und Bruno Labbadia Selbstvertrauen für die deutsche Eliteklasse sammeln und den Grundstein für das Erreichen der Gruppenphase in dem Wettbewerb legen. Mit wilder Entschlossenheit wollen die Frankfurter am Donnerstag nach sieben Jahren Abstinenz bei FK Karabach Agdam ein erfolgreiches Comeback in Europa feiern. Der VfB muss im Playoff-Hinspiel bei HNK Rijeka, dem ehemaligen Club von Sportvorstand Fredi Bobic, auch das Vertrauen der Fans zurückgewinnen.

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Und das vor malerischer Kulisse. Denn allein die rund 50 Meter hohe Felswand am Stadion entwickelt eine besondere Wirkung. Bobic weiß, wovon er spricht. Schließlich beendete der Sportvorstand des VfB in Rijeka seine aktive Laufbahn. Während seines rund sechsmonatigen Ausflugs in den kroatischen Fußball 2006 bekam er oft genug die Gelegenheit, die Stimmung in diesem an der Adria geografisch so außergewöhnlich eingebetteten Stadion mitzuerleben. Das flößt Respekt ein.

"Durch den Felsen hallt es im Stadion wahnsinnig. Die Rijeka-Fans machen richtig Rambazamba", sagte Bobic vor dem Playoff-Hinspiel. "Das Wichtigste wird sein, einen Sieg zu holen", betonte er. Die Europa League sei eine ideale Bühne, um sich "Selbstvertrauen zu holen" und dann auch am Sonntag in der Bundesliga beim ebenfalls noch punktlosen FC Augsburg ein Erfolgserlebnis zu schaffen.

Mit leeren Händen will auch die Eintracht nicht zurückkehren. Die lukrative Gruppenphase ruft. "Der Traum von Europa ist groß, sowohl bei den Spielern als auch den Fans", betonte Finanz-Vorstand Axel Hellmann. Auch finanziell geht es um viel. "Sollten wir die Gruppenphase erreichen, können wir zusätzlich mindestens fünf Millionen Euro verdienen. Bei unserem schlanken Etat ist jede Zusatzeinnahme ganz entscheidend, denn sie eröffnet uns für die Zukunft Spielräume", erklärte Hellmann.

Immerhin haben die Hessen gerade erst mehr als drei Millionen Euro für den Transfer von Vaclav Kadlec an Sparta Prag überwiesen. Der Tscheche ist noch nicht spielberechtigt und fehlt wie der verletzte Außenverteidiger Sebastian Jung. Zudem strich Veh überraschend Kapitän Pirmin Schwegler aus der Reisegruppe. Der Schweizer Nationalspieler soll in Frankfurt trainieren, um "wieder der Kapitän zu werden, der uns in der letzten Saison zu vielen Punkten verholfen hat", erklärte Veh am Mittwoch.

Stuttgarts Coach Labbadia muss weiter auf Serdar Tasci (Einriss des Außenmeniskus im linken Knie) verzichten. Doch auch ohne den Kapitän soll es am Weiterkommen gegen den Dritten der kroatischen Liga keine Zweifel geben. "Wir sind zum Fußballspielen hier und wollen mit einer guten Leistung den Grundstock fürs Weiterkommen legen", sagte Labbadia, der keine kurzfristigen Ausfälle beklagen musste, nach der Ankunft am Mittwoch. "Wir wollen den letzten Schritt fix machen", betonte Christian Gentner. "Wir wollen und müssen diese Hürde nehmen. Das ist Ziel und Pflicht."

Unter Druck stehen aber auch die Frankfurter. Nach dem verpatzten Bundesligastart mit den Niederlagen gegen Aufsteiger Hertha BSC und Meister Bayern München kommt dem Tabellenletzten der Trip ans Kaspische Meer gegen den Vizemeister auch sportlich nicht ungelegen. "Das ist ein wichtiges Spiel, in dem du dir wieder mal ein Erfolgserlebnis holen kannst", meinte Sportdirektor Bruno Hübner.

Doch Vorsicht ist geboten, denn den Spielern fehlt jegliche Erfahrung im Europacup. Nicht nur deshalb könnte sich die Aufgabe beim vermeintlichen Fußball-Zwerg schwieriger gestalten als allgemein erwartet. Zumindest warnte Veh: "Wir müssen auf der Hut sein. Karabach hört sich so exotisch an, aber so schlecht sind die gar nicht. Der Gegner ist viel besser, als viele glauben."

UEFA-Statistik zum VfB-Spiel

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  • Quelle dpa