Köln (SID) - Der langjährige IOC-Direktor Walther Tröger sieht in einer Wahl von Thomas Bach zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees keinen nennenswerten Gewinn für Deutschland. "Ich kann nicht erkennen, dass es irgendeinen großen Vorteil gibt", sagte das IOC-Ehrenmitglied vor der Wahl des Nachfolgers von Jacques Rogge am Dienstag (10. September) dem Tagesspiegel (Freitagausgabe). Hinsichtlich der Vertretung deutscher Interessen glaubt Tröger: "Viel kann er nicht riskieren, denn wenn er dann Fehler machen würde, würden die ihm sofort um die Ohren gehauen."

Auch das frühere deutsche IOC-Mitglied Roland Baar glaubt nicht an weitreichende positive Auswirkungen für Deutschland durch eine Wahl Bachs. "Das ist so wie in der Politik. Wenn der niedersächsische Ministerpräsident Bundeskanzler wird, vertritt er auch nicht niedersächsische Interessen", sagte der Olympiazweite und mehrfache Ruder-Weltmeister dem Berliner Blatt.