München (dpa) - Mit großer Zuversicht geht Triple-Sieger Bayern München in das erwartete Wettschießen mit Borussia Dortmund um die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga.

"Der Sieger kann nur einer sein - das sind wir", sagte Torjäger Mario Mandzukic vor dem Duell mit seinem Ex-Club VfL Wolfsburg an diesem Samstag. "Ich will jeden ärgern, nicht nur die", sagte der Angreifer mit einem Lächeln.

Nur wegen der mehr erzielten Tore führen die Dortmunder, die zeitgleich den SC Freiburg empfangen, bei gleicher Punktzahl und Tordifferenz die Tabelle vor den Bayern an. "Unsere Serie muss bleiben. Drei Punkte, gewinnen, das ist wichtig", sagte Franck Ribéry am Freitag. Bei Europas Fußballer des Jahres hat sich nach dem guten Saisonstart und der raschen Anpassung an Trainer Pep Guardiola bereits wieder "ein Gefühl wie im letzten Jahr" eingestellt: "Wenn wir so spielen wie zuletzt, haben wir keine Probleme. Wir haben wieder eine gute Chance in dieser Saison", meinte der Franzose.

"Das Triple-Jahr war überragend, wie ein Traum, wie ein Film", erklärte auch Mandzukic rückblickend. Motivationsprobleme gebe es auch nach den drei Titeln der letzten Saison nicht: "Vielleicht wird es noch weitere solche Jahre geben." Der Angreifer hat selbst schon viermal getroffen und ist nach anfänglichen Problemen mit Guardiola, der ihn auch mal auf die ungeliebte linke Seite gestellt hatte, inzwischen wieder rundum zufrieden: "Der Trainer vertraut mir, er lässt mich spielen, ich bin glücklich." Menschlich sei der Umgang mit dem neuen Trainer nie ein Problem gewesen, betonte der Kroate.

Guardiola dürfte die beim 4:1 gegen Hannover 96 im DFB-Pokal insgesamt oder teilweise geschonten Stammkräfte Ribéry, Mandzukic, Boateng, Robben und Alaba wieder von Anfang an aufbieten. "Rhythmus ist wichtig", sagte Ribéry vor dem kommenden Champions-League-Spiel bei Manchester City, das ein echter Prüfstein werden dürfte.

Wolfsburg dagegen hat in dieser Saison bislang nur im eigenen Stadion überzeugt (drei Siege). Auswärts stehen null Punkte und 1:7 Tore zu Buche. Bei den Niederlagen in Mainz und Leverkusen flog zudem der Ex-Münchner Luiz Gustavo jeweils mit Gelb-Rot vom Platz. Das soll ihm beim Wiedersehen nicht passieren. Der Brasilianer möchte seine ehemaligen Kollegen so gut es geht ärgern. "Ich freue mich, alle wiederzusehen", sagte Gustavo, aber er komme "als Gegner" zurück.

Es werde sich "ein bisschen komisch" anfühlen, gegen Gustavo anzutreten, gestand Ribéry. "Wir haben lange mit ihm gespielt. Er ist ein richtig guter Mensch und ein großer Spieler." Gastgeschenke für den Brasilianer soll es jedoch nicht geben. Auch Guardiola forderte höchste Konzentration beim Aufgalopp in die richtungweisende "englische Woche" vor der Länderspielpause: "Die nächsten Spiele, auch gegen Manchester City und Leverkusen, sind sehr, sehr wichtig."