München (dpa) - Der Bund kann sich erneut auf Geld aus München freuen: Die "Bad Bank" der verstaatlichten Hypo Real Estate kommt gut voran und rechnet für das laufende Jahr wieder mit einem Gewinn.

Im ersten Halbjahr machte die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement dank eines günstigen Marktumfeldes viele HRE-Altlasten zu Geld und erzielte damit einen Gewinn von 75 Millionen Euro vor Steuern. Auch für das Gesamtjahr stellte Vorstandschef Christian Bluhm dem Bund am Dienstag in München einen Gewinn in Aussicht. Damit würde die "Bad Bank" das zweite Jahr in Folge Gewinne abwerfen.

Die HRE war vor fünf Jahren mit Steuermilliarden vor der Pleite gerettet und ein Jahr später verstaatlicht worden. Die Altlasten im Wert von mehr als 170 Milliarden Euro wurden 2010 in die Abwicklungsanstalt ausgelagert. Seitdem hat sie Risikopapiere und Kredite im Wert von rund 47 Milliarden Euro abgebaut. "Das ist eine gigantische Summe", sagte Vorstandschef Bluhm. Zum Stichtag Ende Juni lag das Portfolio damit bei rund 128 Milliarden Euro.

Bluhm machte aber deutlich, dass sich nicht der gesamte Bestand veräußern lasse. Ein großer Anteil der Papiere und Kredite hat eine Laufzeit von mehr als zehn Jahren und ließe sich nur mit großen Abschlägen verkaufen. Nach der Auflösung der Abwicklungsanstalt, die für das Jahr 2020 geplant ist, gehen diese Reste an den Bund über. Die FMS geht davon aus, dass ein Sockel von 70 bis 80 Milliarden Euro bestehen bleibt. Ziel sei es aber, dem Bund nur noch die Papiere zu überlassen, "die keinen Ärger machen". Im Jahr 2011 hatten vor allem Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen der FMS einen Verlust von fast zehn Milliarden Euro eingebrockt, der vom Bund ausgeglichen werden musste.

Die HRE arbeitet seit der Auslagerung ihrer Altlasten wieder profitabel und soll bis zum Jahr 2015 wieder privatisiert werden. Größtes Projekt für die FMS in den vergangenen Monaten war die vollständige Ablösung von der Hypo Real Estate. Die EU-Kommission hatte verlangt, dass die HRE zum Stichtag 1. Oktober keine Dienstleistungen mehr für die FMS übernimmt.

Dieses Ziel wurde pünktlich erfüllt, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Zahlreiche Mitarbeiter, die sich bislang bei der HRE um die Risikopapiere der FMS gekümmert hatten, waren deshalb in eine Servicegesellschaft der FMS gewechselt. Diese Servicegesellschaft soll möglicherweise schon bald privatisiert werden. Es gebe mehrere Interessenten, heißt es bei der FMS.