Moskau (SID) - WBC-Weltmeister Witali Klitschko glaubt nicht daran, dass der russische Staatspräsident Wladimir Putin am Samstag zum WM-Kampf im Schwergewicht erscheint. Vor 14.000 Besuchern in der Olimpiyski-Arena von Moskau verteidigt Klitschkos jüngerer Bruder Wladimir seine WM-Titel gegen den russischen Herausforderer Alexander Powetkin (20.15 Uhr/RTL).

"Putin ist sportbegeistert und konzentriert auf Erfolg. Sportlicher Erfolg spielt für die Russen eine wahnsinnig große Rolle, es ist auch ein Zeichen an die Welt, die Stärksten zu sein. Aber dabei zu sein, wenn sein Schützling und Lieblingssportler Powetkin verliert? Mein inneres Gefühl sagt mir, er kommt nicht", sagte der ältere der beiden Klitschko-Brüder.

Die Kampfbörse von über 23 Millionen Dollar bezeichnete Witali Klitschko als "wahnsinnig. Das entspricht nicht dem Marktpreis." Dahinter vermutet er Putin, der Powetkin bei einem Treffen seine Unterstützung versprochen habe, den Kampf nach Moskau zu holen.

Für Witali kann es am Samstag nur einen Sieger geben. "In einer so guten Verfassung habe ich Wladimir noch nie gesehen. Er wird von Kampf zu Kampf besser und stabiler", sagte der 42-Jährige, der sich selbst gegen seinen Bruder kaum noch Chancen einräumt: "Wenn ich mich mit Wladimir vergleiche und Schwächen und Stärken analysiere, muss ich sagen, dass Wladimir mich überholt hat. Er ist schon weit vorne."

Von Herausforderer Powetkin hält der WBC-Champion nicht so viel. "Powetkin wird hier in Moskau zwar von einer großen patriotischen Euphorie und dem typischen russischen Geist getragen. Und Kampfgeist und Siegeswille sind auch wichtig, aber für einen Sieg muss eine ganze Kette von Faktoren mitspielen. Und ich sehe nicht die Waffen, mit denen er Wladimir besiegen kann. Mein Eindruck ist, dass er kein volles Vertrauen in sich selbst hat. Ich sehe sehr viele Fehler und Schwächen in seiner Verteidigung und in seiner Art zu boxen", sagte der Klitschko.