Hamburg (SID) - Die Wahl von Thomas Bach zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sollte weder positive noch negative Auswirkungen auf eine Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2022 haben. Diese Einschätzung vertritt der UN-Sportsonderberater Willi Lemke. Der Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen äußerte im Gespräch mit Sport Bild plus außerdem die Vermutung, dass sich innerhalb des IOC die Skepsis hinsichtlich deutscher Belange trotz Bachs Verbindungen zum kuwaitischen Scheich Ahmad al-Sabah in Grenzen halten wird.

"Bach wird das sehr diplomatisch und behutsam angehen und allen Bewerbern die gleichen Chancen einräumen. Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, der deutsche IOC-Präsident setze mit seinen Mehrheiten durch, dass die Winterspiele nach München oder vielleicht alternativ später einmal Sommerspiele nach Berlin gehen", sagte Lemke.

Bach vieldiskutierte Verbindungen zu dem umstrittenen Scheich hält Lemke nicht für bedenklich. "Ich kenne Scheich al-Sabah seit drei, vier Jahren. Der ist, wie er ist: eine sehr charismatische Persönlichkeit. Und als Präsident aller nationalen Komitees auch unglaublich gut vernetzt. Man hatte in Buenos Aires das Gefühl, dass er durch seine sehr guten Beziehungen sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen hat, dass Bach gewählt wurde. Ich kann darin, bis auf seine öffentlichen Äußerungen, nichts Negatives erkennen", sagte Lemke.

Al-Sabah hatte sich in einem TV-Interview vor Bachs Aufstieg ins wichtigste Amt des Weltsports unverblümt öffentlich für die Wahl des Deutschen ausgesprochen und damit gegen die IOC-Regeln verstoßen.