Hamburg (dpa) - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat seine Kritik an der WM 2022 in Katar bekräftigt und die FIFA in die Verantwortung genommen.

"Das Thema belastet, es nervt, obwohl die WM erst in neun Jahren ist", sagte Niersbach beim Oddset Talk des Hamburger Fußball-Verbandes. Gleichzeitig berichtete Niersbach von einem kommende Woche anstehenden Besuch von FIFA-Präsident Joseph Blatter beim Emir von Katar. "Blatter ist nächsten Samstag in Doha, auch um auf die Arbeitsbedingungen hinzuweisen."

Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund wird der Deutsche Fußball-Bund wegen der Berichte über unmenschliche Verhältnisse auf den WM-Baustellen in Katar aktiv. DGB-Chef Michael Sommer schickte einen Brief an die Gewerkschaftschefs jener Länder, aus denen die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees kommen.

Niersbach betonte, dass nicht nur die Arbeitsbedingungen oder die große Hitze ein WM-Problem darstellten. "So viele Fragen hängen dran. 250 000 Menschen leben dort, ob es nun die Größe des Landes ist, es ist nicht nur die Hitze." Fest steht für Niersbach, dass für die überübernächste WM ein Termin im Winter gefunden werden muss. "Im Sommer kann nicht gespielt werden."

Den DFB nahm Niersbach ausdrücklich aus der Schusslinie. "Wir sind nicht zuständig. Ich habe den Eindruck, dass wir das regeln sollen. Wir sind nicht mal qualifiziert, wir wissen nicht, ob wir da spielen. Die FIFA ist zuständig, die haben die Verträge."