Dortmund (SID) - Borussia Dortmund greift hart gegen Randalierer in den eigenen Reihen durch. Als Konsequenz aus den schweren Ausschreitungen seiner Fans beim Derby bei Schalke 04 (3:1) entzieht der deutsche Fußball-Vize-Meister den Mitgliedern der Ultra-Gruppen "The Unity", "Desperados" und "Jubos" die Auswärtsdauerkarten für die Bundesliga und den DFB-Pokal auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch für die laufende Saison. Das teilte der BVB "nach intensiven Gesprächen mit der Polizei und Augenzeugen" am Freitag in einer Presse-Erklärung mit. Auswärtsspiele in der Champions League dürfen die Gruppen anscheinend weiterhin besuchen.

Die Aufklärung der Vorkommnisse rund ums Derby am 26. Oktober auf Schalke dauert unterdessen weiter an. Sämtliche Personen, denen Straftaten zugeordnet werden können, werden mit einem Stadionverbot belegt. Der BVB rechnet derzeit damit, dass 20 bis 30 Personen von dieser Maßnahme betroffen sein können.

Kurz vor dem Anpfiff der Begegnung hatten vermummte Randalierer im Dortmunder Fan-Block unter anderem Bengalos abgebrannt und Raketen auf die Tribüne geschossen. Auch im Block selbst wüteten die Anhänger und zerstörten mit kleinen Hämmern sogar eine Plexiglasscheibe. Die Polizei nahm acht Randalierer fest und drei weitere in Gewahrsam. Schiedrichter Knut Kircher hatte die beiden Mannschaften zunächst wieder in die Kabinen geschickt und die Partie erst fünf Minuten später angepfiffen.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat inzwischen Ermittlungen gegen Borussia Dortmund eingeleitet, er will "Stellungnahmen der Beteiligten einholen", wie der DFB verlauten ließ. Es droht eine drakonische Strafe, Spekulationen reichen von einer hohen sechsstelligen Geldstrafe bis hin zum Ausschluss der eigenen Fans für das nächste Derby in Gelsenkirchen. In Dortmund steht das Duell der Erzrivalen am 25. März 2014 auf dem Spielplan.

Der BVB hatte harte Maßnahmen gegen Krawallmacher unter seinen Fans angekündigt. "Wer die Gesundheit anderer Menschen gefährdet und erhebliche Körperverletzungen in Kauf nimmt, hat sich damit selbst für die Fußball-Familie disqualifiziert", sagte Reinhard Rauball, in Personalunion BVB- und Liga-Präsident, dem SID. Sportdirektor Michael Zorc hatte erklärt, der Verein werde "mit null Toleranz vorgehen und durchgreifen".