Unter dem Eindruck des verheerenden Taifuns Haiyan auf den Philippinen hat in Warschau die 19. UN-Klimakonferenz begonnen. Vor allem Vertreter der Entwicklungsländer drängten bei der Eröffnung am Montag auf mehr Klima-Gerechtigkeit und finanzielle Hilfen, um mit den Auswirkungen von Klimaveränderungen fertig zu werden. "Stoppt diesen Wahnsinn", forderte der philippinische Delegierte Yeb Saño in seiner Rede. Seine Kollegin Alicia Ilaga mahnte ebenfalls die Solidarität der internationalen Gemeinschaft an: "Ich flehe für mein Land, ich flehe für mein Volk."

In den kommenden zwei Wochen beraten Experten aus 194 Ländern über die Vorbereitungen auf den Klimavertrag, der 2015 in Paris unterzeichnet werden soll. "Wir alle spüren die Auswirkungen des Klimawandels", sagte der polnische Umweltminister und Konferenzpräsident Marcin Korolec mit Blick auf den Taifun Haiyan. Die Unwetterkatastrophe sei Beweis dafür, dass im "ungleichen Kampf zwischen Mensch und Natur" eine Niederlage drohe.

Christiana Figueres, die Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimakonvention, warnte vor den Auswirkungen des Klimawandels auf künftige Generationen. Gleichzeitig zeigte sie sich überzeugt, dass eine weltweite Klimavereinbarung in Reichweite sei. Die Gelegenheit, in Warschau zu konkreten Vereinbarungen zu kommen, müsse genutzt werden, sagte sie vor den Delegierten im Warschauer Nationalstadion, der Spielstätte der Fußball-Europameisterschaft. "Was in diesem Stadion geschieht, ist kein Spiel zwischen zwei Mannschaften – wir werden alle gewinnen oder alle verlieren."

Die Schaffung von Mechanismen zur Bewältigung des Klimawandels müsse eine der Prioritäten der zweiwöchigen Konferenz sein, sagte Figueres. Darüber hinaus gehe es darum, Klarheit für den in zwei Jahren zu unterzeichnenden Klimavertrag zu schaffen.

Im jüngsten Weltklimareport wird als "wahrscheinlich" angenommen, dass Windgeschwindigkeit und Regenmenge tropischer Wirbelstürme in diesem Jahrhundert zunehmen werden. Ihre Anzahl werde aber eher gleich bleiben oder sogar sinken, schreibt der Weltklimarat IPCC in dem Ende September vorgestellten Bericht.