OECD sieht Deutschland auf Wachstumskurs

Paris (dpa) - Die OECD sieht Deutschland auf eindeutigem Wachstumskurs. Reallohnzuwächse und die sinkende Arbeitslosigkeit dürften den privaten Konsum ankurbeln, heißt es in der am Dienstag in Paris veröffentlichten Herbstprognose der Wirtschaftsorganisation. Zudem könnten die geringen Zinssätze zu mehr Investitionen führen.
Nach einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent im laufenden Jahr rechnet die OECD für 2014 mit einem Plus von 1,7 Prozent und für 2015 sogar mit einem Wachstum von 2,0 Prozent. "Das Wirtschaftswachstum in Deutschland gewinnt an Fahrt", sagte OECD-Deutschland-Experte Andrés Fuentes.

Hohe Erwartungen: ZEW-Index steigt auf Vierjahreshoch

Mannheim (dpa) - Finanzexperten blicken immer optimistischer
auf die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Im
November erreichte die Stimmung der vom Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Fachleute den besten Wert seit
vier Jahren. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im Vergleich zum
Vormonat um 1,8 Punkte auf 54,6 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in
Mannheim mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2009.
Allerdings wird die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft
derzeit weniger rosig eingeschätzt. Hier meldete das ZEW den zweiten
Rückgang in Folge. Die Kennzahl fiel um einen Punkt auf 28,7 Zähler.

Daimler steigt mit 625 Millionen Euro bei chinesischem Partner ein

Peking (dpa) - Mit einer Investition von 625 Millionen Euro ist Daimler bei seinem chinesischen Partner eingestiegen. Es ist das erste Mal, dass ein ausländischer Autobauer einen größeren Anteil an einem staatlichen chinesischen Hersteller erwirbt. Daimler-Chef Dieter Zetsche unterzeichnete die Kooperationsvereinbarung mit der Übernahme von zwölf Prozent an Beijing Motor (BAIC), dem Pkw-Arm von Beijing Automotive (BAIC), am Dienstag in Peking. Die chinesischen Behörden haben bereits grünes Licht für den Einstieg gegeben, der im Reich der Mitte Automobilgeschichte schreibt. Die Ausweitung der Kooperation mit BAIC ist ein wichtiger Schritt für die Schwaben in ihrer Aufholjagd in China, dem größten Markt für deutsche Oberklassehersteller.

Bei Loewe sind zwei Investoren im Rennen

Kronach (dpa) - Zwei Investoren sind bereit, den schwer angeschlagenen TV-Hersteller Loewe zu übernehmen. "Die Gespräche sind bereits weit fortgeschritten und verlaufen äußerst positiv", sagte Loewe-Finanzvorstand Rolf Rickmeyer am Dienstag. Wann eine Entscheidung darüber fällt, welcher Bieter zum Zug kommt, ist nach Worten eines Sprechers noch unklar. Nach hohen Verlusten hatte Loewe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Am Dienstag tagte die Gläubigerversammlung in Coburg. Die Gläubiger hätten dem Sanierungskurs des Vorstands und der Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs zugestimmt, teilte Loewe mit.

Talsohle durchschritten: Europas Automarkt erholt sich langsam

Brüssel (dpa) - Nach mehr als zwei Jahren Krisenstimmung atmen Europas Autobauer langsam auf. Erstmals seit September 2011 sind die Verkaufszahlen auf dem Heimatkontinent zwei Monate in Folge gestiegen. Damit könnte die Trendwende auf dem Krisenmarkt geschafft sein. Zwar war der vergangene Monat der zweitschlechteste Oktober seit Beginn der Statistik vor zehn Jahren. Allerdings legten die Neuzulassungen EU-weit um 4,7 Prozent auf eine Million Autos zu, wie der Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Schon im September war der Absatz gestiegen. Seit Januar liegt der Rückgang gegenüber 2012 mit 10 Millionen Autos aber noch bei 3,1 Prozent. 2014 könnte der Markt dagegen wieder zulegen - wenn auch auf niedrigem Niveau.

So viele Erwerbstätige wie nie

Wiesbaden (dpa) - In Deutschland gab es im dritten Quartal dieses Jahres erstmals mehr als 42 Millionen Erwerbstätige. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um eine gute Viertelmillion (253 000) oder 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. In der Zahl sind 37,5 Millionen Arbeitnehmer sowie 4,5 Millionen Selbstständige und mithelfende Familienangehörige enthalten. Die Zahl der Selbstständigen nimmt im Jahresvergleich bereits das fünfte Quartal in Folge ab.

Studie: Ostdeutsche Regionen holen beim Lohnniveau auf

Nürnberg (dpa) - Ostdeutsche Regionen haben nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern in den vergangenen Jahren beim Lohnniveau spürbar aufgeholt. Auch die Arbeitsmarktlage sei vielerorts besser als in den strukturschwächsten Regionen im Westen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Insgesamt gebe es aber weiter ein erhebliches wirtschaftliches Gefälle zwischen Ost und West: Im Oktober lag die Arbeitslosenquote in Westdeutschland bei 5,8 Prozent, in Ostdeutschland bei 9,5 Prozent.

Studie: Jede zehnte Firma verstößt gegen Arbeitsschutz-Regeln

Stuttgart (dpa) - Jede zehnte Firma verstößt einer Studie zufolge gegen Regelungen zum Arbeitsschutz. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Arbeitssicherheitsbarometer des Prüfkonzerns Dekra hervorgeht, haben fast zehn Prozent der befragten Unternehmen Gefährdungen im Unternehmen trotz gesetzlicher Vorgaben nicht geprüft. Weitere zehn Prozent wussten nicht, ob das in ihrem Betrieb geschehen sei. "Dass Betriebe die gesetzlichen Vorschriften des Arbeitsrechts konsequent umsetzen, ist immer noch nicht selbstverständlich", betonte Dekra-Arbeitsschutz-Experte Fatih Yilmaz. "In der Praxis fallen Versäumnisse bei Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungen oder bei Betriebsanweisungen meist erst auf, wenn tatsächlich etwas passiert."

Aufwärtstrend hält an: Deutlich mehr Wohnungsbauten genehmigt

Wiesbaden (dpa) - Der Boom im deutschen Wohnungsbau hält an. Von Januar bis September 2013 wurde der Bau von 202 100 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 13,5 Prozent oder 24 000 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten 2012 - und so viele wie seit 2004 nicht mehr. Damit setzte sich die seit 2010 anhaltende positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau fort. Grund dürften die niedrigen Zinsen und die - angesichts steigender Mieten und Kaufpreise - anziehenden Renditeaussichten sein. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) bezeichnete den Trend als "positives Signal für den Wohnungsmarkt".

Studie: Steuerlast für deutschen Mittelstand relativ hoch

Frankfurt/Main (dpa) - Gegen den weltweiten Trend ist die Steuer- und Abgabenlast für mittelständische Unternehmen in Deutschland einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gestiegen. Der Anteil aller Steuern und Abgaben ("Total Tax Rate") am Gewinn habe sich von 46,8 Prozent auf 49,4 Prozent erhöht, berichtete das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) am Dienstag in Frankfurt bei der Vorlage einer gemeinsam mit der Weltbank erstellten Analyse. Weltweit sei die "Total Tax Rate" hingegen von 44,7 Prozent auf 43,1 Prozent gesunken. Im globalen Steuerranking falle der Standort Deutschland damit von Platz 72 auf Platz 89 zurück.

Dax bricht Rekordjagd vorerst ab

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat seine Rekordjagd am Dienstag vorerst abgebrochen. Der deutsche Leitindex verlor 0,24 Prozent auf 9203 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte er sowohl im Verlauf als auch auf Schlussbasis abermals Rekorde markiert. Der MDax gab am Dienstag ebenfalls 0,24 Prozent ab, und zwar auf 16 177 Punkte. Der TecDax sank um 0,88 Prozent auf 1147 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,78 Prozent auf 3057 Punkte nach unten. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,39 Prozent am Vortag auf 1,38 Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3502 (Montag: 1,3517) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7406 (0,7398) Euro.