Washington (dpa) - Unmittelbar vor dem Jahrestag des Amoklaufs von Newtown hat ein 18-Jähriger an einer US-Schule um sich geschossen.

Bei dem Vorfall in Centennial im Bundesstaat Colorado machte der bewaffnete junge Mann am Freitagnachmittag (Ortszeit) Jagd auf einen Lehrer, verletzte mit seiner Waffe zwei Mitschüler und erschoss sich dann selbst. "Ein Teenager wurde mit ernsthaften Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht", sagte der örtliche Sheriff Grayson Robertson.

Das andere Opfer sei leicht verletzt worden. Auslöser seien offenbar Meinungsverschiedenheiten oder ein Streit gewesen. Die Bluttat geschah einen Tag vor dem Jahrestag des Massakers von Newtown. In der Kleinstadt im Bundesstaat Connecticut hatte ein 20-Jähriger mit seinem Sturmgewehr 20 Kinder und sechs Erwachsene ermordet.

Die Arapahoe High School in Centennial, wo der jüngste Zwischenfall passierte, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Kino in der Ortschaft Aurora, in dem im Juli 2012 bei einem Amoklauf zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt worden waren. 15 Kilometer entfernt liegt wiederum ein anderer Schauplatz eines schrecklichen Amoklaufs: die Columbine High School. Dort hatten im April 1999 zwei Schüler zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen.

Der Schütze von der Arapahoe High School, der laut CNN als ein 18-jähriger identifiziert wurde, war gegen 13 Uhr Ortszeit bewaffnet in das Gebäude gekommen und hatte nach dem Lehrer gesucht, erklärte Robinson. "Ein Mitschüler stellte sich ihm in den Weg." Der Schütze habe ihn niedergeschossen und seine Suche fortgesetzt. Der Lehrer sei inzwischen gewarnt worden und aus dem Gebäude geflüchtet. "Das war die wichtigste taktische Entscheidung, die der Lehrer treffen konnte", so Sheriff Robinson.

Für etwa eine Stunde herrschte völlige Unsicherheit auf dem Gelände der Arapahoe High School im Ort Centennial. Während sich der Schütze noch mutmaßlich im Gebäude aufhielt, geleiteten Sicherheitskräfte die Schüler ins Freie. Sie verließen das Gebäude ruhig und mit erhobenen Händen. Die Polizei tastete einen nach dem anderen ab, um sicherzugehen, dass keiner der Teenager eine Waffe bei sich trug.

Unterdessen durchkämmten Suchtrupps das Schulgebäude. Schließlich gaben sie Entwarnung. In einem Klassenraum entdeckten sie den Schützen. "Wie es scheint, hat er sich selbst erschossen, doch die genauen Untersuchungen müssen das abschließend klären", so Robinson. Über die Identität und das Motiv des Täters gab es zunächst keine Angaben.