Paris/Peking (dpa) - Als letzter großer europäischer Autobauer startet Renault eine lokale Produktion in China. Nach Zustimmung der Behörden vor Ort gründeten die Franzosen am Montag ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem zweitgrößten chinesischen Hersteller Dongfeng.

In einem neuen Werk in der zentralchinesischen Stadt Wuhan sollen zunächst 150 000 und dann bis zu 300 000 Fahrzeuge im Jahr gebaut werden, wie die neuen Partner mitteilten. Der Produktionsstart ist für 2016 vorgesehen.

Das Investitionsvolumen bezifferte Renault mit insgesamt 7,76 Milliarden Yuan (923 Millionen Euro). Die Kosten sollen von beiden Partnern zu gleichen Teilen getragen werden.

In dem neuen Werk werden den Plänen zufolge in einem ersten Schritt neue Crossover-Modelle der Marke Renault gebaut. Im zweiten ist dann der Start einer ganzen Modellreihe unter lokaler Marke vorgesehen.

Für Renault ist es die erste gemeinsame Produktion auf dem weltgrößten Automarkt - bislang hatte der Konzern dort nur importierte Autos verkauft. Deutsche Rivalen wie Volkswagen oder die Oberklassehersteller Daimler und BMW gleichen mit dem Verkauf in China schon länger die schrumpfende Nachfrage auf dem europäischen Markt aus.

Der chinesische Autobauer Dongfeng kooperiert bereits mit den japanischen Renault-Partner Nissan und Honda sowie dem angeschlagenen französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën. Bei PSA könnte Dongfeng künftig sogar Großaktionär werden. Entsprechende Verhandlungen wurden jüngst aus Frankreich bestätigt. Der VW-Konkurrent steckt wegen der Absatzkrise in Europa tief in den roten Zahlen und braucht frisches Geld.

Wuhan mausert sich unterdessen zu einem Zentrum der chinesischen Autoindustrie: Dongfeng hat seinen Hauptsitz in der chinesischen Stadt und betreibt zwei Werke zusammen mit PSA. Mit Honda baut ein weiterer Dongfeng-Partner Autos in Wuhan. Außerdem errichten der US-Hersteller General Motors und dessen Partner Shanghai Automotive (SAIC) eine Fabrik in der Stadt.