Istanbul/Damaskus (dpa) - Nach einem heftigen Bombardement von Regierungstruppen ist in der syrischen Stadt Aleppo die Zahl der Todesopfer auf mindestens 83 gestiegen. Das berichteten die lokalen Revolutionskomitees.

Allein in dem Viertel Al-Haidarija starben nach ihren Angaben 35 Menschen, als eine Hubschrauberbesatzung am Sonntag ein mit Sprengstoff gefülltes Fass über einer belebten Straßenkreuzung abwarf.

50 Menschen sollen bei diesem Angriff zudem verletzt worden sein. An der Kreuzung fahren Minibusse ab, die Aleppo mit den Dörfern und Kleinstädten im Norden verbinden. Die Regierungstruppen bombardierten mehrere Viertel, die von Rebellen kontrolliert werden.

Bei einem Angriff der Luftwaffe auf eine Schule in Aleppo wurden nach Angaben von Regimegegnern zehn Menschen getötet. Das Medienbüro der Revolutionäre von Aleppo teilte mit, über der Tajbe-Schule im Stadtviertel Al-Endharat sei am Vormittag ein mit Sprengstoff beladenes Fass abgeworfen worden. Es habe eine Gruppe von Schülern und Lehrern getroffen, die während des Unterrichts das Gebäude verlassen hatten, um sich vor Luftangriffen in Sicherheit zu bringen.

Der Geheimdienst der Luftwaffe verschleppte nach Angaben der Opposition zwei Familien aus einer Unterkunft für Vertriebene in dem Damaszener Vorort Dscharamana. Die Militärs hätten die Zivilisten als Geiseln genommen. Die Zivilisten aus den Rebellenhochburgen Duma und Arbien sollten gegen Gefangene der Rebellen in der Ortschaft Adra al-Ummalija im Umland von Damaskus ausgetauscht werden. Die Website "Zaman al-Wasl" berichtete, die Soldaten hätten auch Kinder, die zu den beiden Familien gehörten, mitgenommen. Nur einen Säugling hätten sie in der Obhut anderer Vertriebener zurückgelassen.

Zaman al-Wasl, Arabisch